NRW-Jagdgesetznovelle: Tierschützer fordern Ausrichtung an ökologischen Kriterien

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Jäger hält Ausschau nach Beute – das sind häufig auch Hunde und Katzen.                                                                                                                                                                                                                                                                                         Fotocredit: (c) veggy-post

Die rot-grüne Landesregierung hat gestern, am 16.09.2014, den lange erwarteten Entwurf für das neue Landesjagdgesetz ins Kabinett eingebracht. Der Deut-sche Tierschutzbund und sein Landesverband Nordrhein-Westfalen fordern ein ökolo-gisches, nachhaltiges und am Tierschutz ausgerichtetes Jagdrecht. 

Wahlversprechen einlösen

Aus Tierschutzsicht ist die Landesregierung gefordert, ihr Wahlversprechen einzulösen und nun den angekündigten „Paradigmenwechsel zur Nachhaltigkeit“ bei der Jagd umzusetzen. Dazu gehören ein klares Verbot des Haustierabschusses, der Totschlagfallen sowie weiterer tierschutzwidriger Jagdmethoden wie der Baujagd. Den Irrsinn der Jagdgesetzgebung belegt die gerade begonnen Jagdzeit auf Blässhühner: in Nordrhein-Westfalen werden Tausende Tiere ohne den gemäß Tierschutzgesetz notwendigen „vernünftigen Grund“ sinnlos getötet.

Veraltetes Jagdgesetz

„Die Jägerschaft hängt am veralteten Jagdgesetz und verschließt sich sowohl dem Natur- als auch dem Tierschutz. Die rot-grüne Landesregierung kann nun zeigen, dass sie im Hier und Jetzt lebt und das Jagdgesetz dahingehend überarbeitet, dass es den gestiegenen gesellschaftlichen Ansprüchen an den Tierschutz gerecht wird“, so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Dr. Ralf Unna, Vize-Präsident des Landestierschutzverbandes Nordrhein-Westfalen, ergänzt: „Ob Marder, Schwan, Blässhuhn oder Elster – nach wie vor werden unzählige Tierarten, für deren Bejagung weder eine ökologische Notwendigkeit besteht, noch eine sinnvolle Nutzung in Frage kommt zur uneingeschränkten Tötung freigegeben. Das muss aus Tierschutzsicht endlich der Vergangenheit angehören.“

Jagdgestznovelle gegen willkürlichen Abschuss von Haustieren

Problem Haustierabschuss: Jährlich werden über 10.000 Katzen in Nordrhein-Westfalen nahezu willkürlich durch Jäger getötet, ohne dass nachgewiesen werden muss, ob diese andere Wildtiere überhaupt gefährden. Für den Naturschutz sind flächendeckende Kastrationsprogramme für freilebende Katzen, wie es das Tierschutzgesetz vorsieht, wesentlich effektiver. Bei Hunden, die wegen mangelnder Beaufsichtigung Wildtiere gefährden, sind beispielsweise ein Einfangen bis hin zur Wegnahme sowie ein Hundehaltungsverbot für uneinsichtige Halter denkbar.

Weitere wichtige Tierschutzforderungen bei der Überarbeitung des Jagdgesetzes: Verbot der tierschutzwidrigen Totschlagfallen, der Bau- und der Beizjagd, ebenso wie die umstrittene Jagdhundeausbildung an lebenden Enten und Füchsen. Des Weiteren müssen die Jagdzeiten drastisch verkürzt wie auch die Liste der jagdbaren Tierarten endlich dem Tier- und Naturschutzgedanken angepasst werden.

 

 


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