paradiesisch grün und fruchtig: Jamaica

 

A really hot country„Ich kehre um“, dachte ich für einen Moment. So heiß war es, als ich das Flugzeug verließ und auf die Gangway trat. Doch ich war zu aufgeregt und neugierig. Willkommen in Jamaica.

Folklore zum Empfang

Auf dem Weg in die Empfangshalle des Sangster International Airports in Montego Bay grüßt eine Gruppe Frauen in bunten Tüchern mit wiegender Acapella Folklore. Der Immigration Officer drückt, mit dem stoischen Lächeln seiner uniformierten Autorität, seinen Stempel in meinen Reisepass. „Welcome to Jamaica“.

It is so nice to be in Jamaica

„The sun is shining, the weather is fine.“

Auf dem Weg zum Ausgang klingt irgendwoher „The Sun Is Shining, The Weather Is Fine…“ von Bob Marley. Am Ausgang selbst umzingeln einen die vielen Taxifahrer, von denen natürlich jeder der beste und günstigste ist.

 

Bus station for public transport

Alternativ zum Taxi gibt es den wirklich günstigen öffentlichen Verkehr.

 

.Wer individuell reist, hat sich für die ersten Tage am besten ein Guest-house außerhalb der großen Städte Kingston und Montego Bay übers Internet gebucht und dazu gleich den Transfer mitbestellt. Guest-houses sind eine relativ günstige Variante, gerade auf dem Land – und sie haben gegenüber den Hotels viel mehr Charme. Eine gute Wahl für die ersten Tage ist Negril, das ist ein lebendiges Plätzchen, wo immer etwas los ist. Es weht dort immer noch ein Hauch des hippieesken Strand-lebens, auch wenn es inzwischen einige Luxushotels gibt. Der Strand bietet mit elf Kilometern Länge auf jeden Fall Platz genug und das Wasser ist seicht mit vorgelagerten und naturgeschützten Korallenriffen.

Wunderbarer „Appelton Jamaican Rum“

cheap and healthy

Fresh and good for health and a very satisfying nightlife.

Die Fahrt nach Negril dauert etwa 1 ½  Stunden, ein Zwischenstop bei einem Kokosnussverkäufer bietet sich an. Die Kokosnüsse sind gekühlt, werden mit der Machete geöffnet und gelten als ein tolles Mittel für die Potenz. Natürlich gibt es auch überall das schmackhafte Red Stripe Beer oder ein Ting, eine kräftige Limonade. Hin und wieder wird auch Sorrel (Hibiscus sabdariffa) angeboten, ein aus Blüten selbstgemachtes würziges Erfrischungsgetränk. Sorrel ist fester Bestandteil der jamaikanischen Kultur, wird aber bevorzugt zu den Festtagen angesetzt. Man schmeckt es kaum, aber es ist immer auch ein Schuss vom edlen „Appelton Jamaican Rum“ drin.

Guesthouses

Die Guesthouses sind fast durchweg stilvoll eingerichtet und sehr persönlich. Ein weiterer Vorteil in den Guesthouses ist die Küche, in der meistens exzellente Kochkünstlerinnen am Herd stehen. Wenn man besondere Wünsche hat, werden die „auf kurzem Weg“ sehr gerne erfüllt. Empfangen wird man oft mit dem Nationalgericht „Rice and Peas“. Reis und Bohnen. Der Reis dazu wird aber  nicht einfach in Wasser gekocht, sondern in frisch geraspelten Kokusflocken. Delikat.

Negril

Negril is another place preferred by tourists

7 Miles stretches the beach in Negril.

Negril ist Strandleben pur. Da ist der Rest der Welt schnell vergessen, außerdem gibt es dort einen tollen Markt. So ein Marktbesuch ist eines der größten Abenteuer. In jedem etwas größeren Ort gibt es mindestens einen. Dorthin kann man einespannenden Spaziergang unternehmen und über die Vielfalt von regionalem Obst, Gemüse und Kräutern staunen: Breadfruit, Kochbananen, Callaloo, Yam, Salate, Bohnen, Mangos, Papayas, Ananas, Melonen, Kokosnüsse und Zuckerrohr und alles im Überfluss. Eine Spezialität sollte man unbedingt probieren, die Baumfrucht Akee.

National „food“: Akee

Ackee is a national food

So delicious. Ripe Ackee fruits. You only eat the yellow flesh under the blackish seeds.

Farbe und Konsistenz erinnern an Rührei und tatsächlich wird Akee auch genauso zubereitet. Entweder man kauft selber etwas oder beauftragt die Köchin.
In den Cafes und kleinen Restaurants kann man den Blick über das Meer schweifen lassen und sich bei dezenter Reggaemusik und einem erfrischenden Fruitpunch – alkoholfrei oder mit Rum, entspannen und abends der Sonne zuschauen, wie sie im Meer versinkt. Wer nach ein paar Tagen Strandleben mit Schnorcheln und Wassersport weiter möchte, reist am besten die „South Coast“ entlang. Vorbei am Peter Tosh Memorial, geht es nach Savannah-La-Mar und weiter zu den Black River Wetlands.

Black River Wetlands

Sometimes there are big crocs

The Black River Wetlands is a must see.

Das ist ein riesiges Feuchtgebiet mit zahlreichen Flussarmen und Mangroven. Eine zweistündige Bootstour lohnt sich unbedingt – schon wegen der Alligatoren. Was man sich auch ansehen sollte, sind die Y.S. Falls, ein Wasserfall, der etwas abgeschieden in den Bergen liegt und über mehrere Terrassen in die Tiefe stürzt.

Ein schönes Plätzchen für die nächsten zwei Nächte findet man in Treasure Beach. Entweder wieder in einem Guesthouse oder auch in einem Appartement. Wenn man selber kochen möchte, bekommt man überall frische Lebensmittel. Supermärkte gibt es allerdings nur in größeren Orten.

Breadfruit frisch vom Baum

Jamaica make it so easy sometimes

Fruits are easy to buy eyerywhere on the island.

Auf dem Land sind das eher Tante Emma Läden, an frischen Lebensmitteln gibt es aber allgemein ein gutes Angebot. Wenn etwas nicht da ist, Fragen lohnt sich. Meistens gibt es hinter dem Haus einen Garten, wo der Nachschub noch am Baum hängt. Kleine Jungs lieben es, wenn sie auf die Bäume klettern können, um ein paar Breadfruits zu ernten und sie geben auch Mal ganz gerne ein bisschen an.

Egal, wo man essen geht, Obst spielt immer eine zentrale Rolle, entweder als Fruitpunch, als Fruitplate, als Dessert oder alles zusammen. Die Geschmacksnerven wundern sich hier: Bananen schmecken hier anders, viel intensiver, eben wie richtige Bananen – reif geerntet. Das macht einen riesigen Unterschied zu den Früchten, die in Europa in der Reiferei künstlich gereift werden. Das gilt so ziemlich für alles Obst. Worüber man sich noch wundern mag, die Jamaikaner mögen es unheimlich süss. Es gibt köstliche Torten, besonders natürlich zu Festtagen und zu allen möglichen Teigtaschen, Pfannkuchen oder Crepes gibt es variantenreiche Sirups.

Von Treasure Beach nach Kingston

Wer, bevor es von Treasure Beach weitergeht, etwas ganz anderes machen möchte, der nimmt sich ein Pferd und reitet im schwarzen Vulkansand die Küste entlang. Natur pur tanken, bevor man weiter nach Kingston fährt. Der Gegensatz könnte krasser nicht sein.

Bob Marley lives on.

The place to see for Reggae enthusiasts.

Es geht gleich hinter Spanish Town kilometerweit vorbei an Holz- und Blechhütten, bis man an den berühmten Tuff Gong Studios – ewig verbunden mit den Marleys, vorbei, schließlich ins moderne Zentrum von Kingston kommt. Kingston ist elektrisierend, trotzdem reicht ein Nachmittag dort völlig aus.

 

Blue Mountains

Kingston Town. You remember the song from UB40

Kingston is a modern city but…

 

Blue Mountains: 2.256 m hoch, wer hätte das gedacht.

Blue Mountains: 2.256 m hoch, wer hätte das gedacht.

Die Hauptstadt liegt am Fuße der Blue Mountains, die sich bis fast 2.500 Meter hoch erheben und wo es oberhalb von 1.000 Metern die berühmten Kaffee-plantagen gibt. Der Blue Mountain Edel-Kaffee gilt als einer der besten der Welt, bei 50$ US für 500g ist er mit Sicherheit einer der teuersten.

 

Von Kingston geht es auf abenteuerlichen Wegen hinauf auf über 1.500 Meter und auf die Nordseite der Insel nach Port Antonio. Dort haben viele Hollywoodstars ihre Villen und es ist der Ort mit dem angenehmsten Klima auf der Insel. Dort, im Hafen werden übrigens auch die „Bananaboats“ beladen. Mit Glück bekommt man in Port Antonio im Trident Luxushotel günstig eine Suite, direkt am Wasser auf den hohen Klippen; andernfalls gibt es zahllose weitere Möglichkeiten.

Bevor es dann wieder Nacht wird kann man noch einen Abstecher zur berühmten „Blue Lagoon“ machen.

Ital food is Rasta food

Nice places, tasty food

Outdoor Eating, tasty food for everyone.

Was essen eigentlich die Rastas? Bio. Viele bauen selber an und es gibt zahlreiche Ital-Food Hütten. Ital Food ist vegetarisch und ohne Salz, welches die Rastas ablehnen. Die Hütten aus Holz stehen entweder an einer Straße oder am Strand und werden von Rastas bekocht. Das Essen ist sehr günstig und schmeckt her-vorragend. Man steht fast in der Küche, schaut in alle Töpfe und sucht sich aus, was man haben möchte. Das Angebot ist immer sehr vielseitig: Yam, Callaloo (nativer Spinat), Breadfruit, Potatoes, Dumplings (Mehlklöße), Rice and Peas und Akee und und und.
Gelegentlich werden auch Huhn und Ziege angeboten, allerdings wird das strikt getrennt zubereitet. Und natürlich gibt es auch hier wieder leckere Kokosnüsse oder andere frische Säfte. Ach, und Zeit – so sind das wirklich kleine Oasen der Ruhe.

Alles Domino oder was?

Really nice climate in this area

Port Antonio area.

Von Port Antonio führt der Weg die Nordküste entlang nach Ocho Rios mit den kaskadigen Dunn’s River Falls und dem Hafen für die riesigen Kreuzfahrtschiffe, von denen hier jeden Tag mehrere anlegen. Von dem ganzen Trubel lassen sich die meisten Jamaikaner nicht stören. Sie spielen stattdessen ausdauernd und lautstark Domino, das wohl beliebteste Spiel. Jetzt noch eine gute Stunde und man kommt nach                                                                                           ca. zehn Tagen wieder nach                                                                                                     Montego Bay.

Doctor’s Cave Beach

Nice place to be

Weltberühmter Doctor’s Cave Beach in Montego Bay.

Für ein paar Tage kann man sich am weltberühmten Doctor’s Cave Beach in der Sonne aalen und die „Downtown“ erkunden. Dort gibt es auch den riesigen „Craftsmarket“ mit phantas-tischen Holzschnitzereien. Wer nochmal richtig schön essen gehen möchte, geht ins „Native“ und setzt sich auf die gemütliche Terrasse mit Blick über die ganze Bucht. Die Fruitplates und Menüs sind unschlagbar und die Live-Musik klingt  wie das Original „Stevie Wonder“. Fehlt nur noch an einem der folgenden Tage der unvermeidliche Weg zurück zum Sangster International Airport. Zum Abschied gibt es keine Folklore, es wird nur gewunken.

 

©Guido Barth
Fotocredits: Logo und alle Fotos vom Jamaican Tourist Board
https://picasaweb.google.com/JamaikaJTB/JamaikaCopyrightJamaicaTouristBoard
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