PETAs Tipps für die Kleintier-Außenhaltung im Winter: So kommen Kaninchen und Meerschweinchen gut durch die kalten Monate

Go vegan!

In der Kleintier-Außenhaltung wird zum Überwintern Hilfe nötig.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Fotocredit: © Soru Epotok – Fotolia.com

Quietschfidel auch im Winter: Kaninchen und Meerschwein-chen können ganzjährig im Freien gehalten werden, wenn sie an eine Außenhaltung ge-wöhnt sind und ihnen genügend Schutz vor der Witterung gebo-ten wird. Wie die Kleintier-Beh-ausung winterfest gemacht wird und worauf Tierhalter sonst noch achten müssen, damit ihre pelzigen Freunde gut über den Winter kommen, verrät Sabine Trebicky, Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA Deutschland e.V.

Hilfe zum Winter

„Kaninchen und Meerschweinchen stammen von robusten Wildtieren ab“, so Sabine Trebicky. „Beide Arten sind von Natur aus Höhlenbewohner, und so konnten sich ihre Ahnen stets vor den schlimmsten Wetterkapriolen schützen. Heute müssen Tierhalter ihre kleinen Mitbewohner bei der Vorbereitung auf die Wintermonate unterstützen. Doch Vorsicht! Nicht alle Rassen sind für eine Außenhaltung geeignet.“

So kommen Kaninchen und Meerschweinchen gut durch die kalte Jahreszeit:

  • Rechtzeitig planen! Wer Nager ganzjährig im Garten halten möchte, muss rechtzeitig mit der Planung beginnen. Sich spontan im November oder Januar für eine Außenhaltung zu entscheiden und die Tiere kurzerhand vom Warmen in die Kälte zu befördern, ist absolut schädlich. Das Immunsystem benötigt etwas Zeit, um auf die Anforderungen eines mitteleuropäischen Winters vorbereitet zu sein. Nur wenn die Nager mindestens seit Sommer durchgehend draußen sind, können sich ihre Körper in den Jahresrhythmus der Natur einfinden und mit der Produktion des überlebenswichtigen Winterfells beginnen.
  • Gruppenkuscheln! Im Winter benötigen Kaninchen und Meerschweinchen mindestens ein Gemeinschaftshaus im Außengehege, in das sich alle Tiere hineinkuscheln und so gegenseitig warm halten können.
  • Gute Isolation! Einfache Holzhäuschen reichen nicht! Der Unterschlupf muss unbedingt so gut isoliert sein, dass die Innentemperatur nie unter den Gefrierpunkt fallen kann. Dennoch sollte eine gute Luftzirkulation gewährleistet sein, da sich sonst Kondenswasser bildet und die abgestandene Luft die Atemwege der Bewohner schädigt. Spezielle Heizmatten imitieren die natürliche Wärme in den Erdbauten der Wildkaninchen und Wildmeerschweinchen. Sie sind im gut sortierten Fachhandel erhältlich.
  • Schutz vor Nässe und Zugluft! Ein feuchtkaltes Klima führt schnell zu Schnupfen oder Lungenentzündungen. Das Gehege und vor allem die Hütten sollten also unbedingt geschützt werden.
  • Bewegung! Ist es kalt aber trocken, dürfen die Tiere gerne Freilauf genießen. Die Bewegung hält sie warm und fit. Deshalb sollten die kleinen Vierbeiner im Winter auch niemals auf weniger als 2 m² Fläche gehalten werden.
  • Energie! Um die Körperwärme aufrechtzuerhalten, benötigen Kleintiere jede Menge Kalorien. Während Kraftfutter wie Getreidekörner Kaninchen und Meerschweinchen in der warmen Jahreszeit nur dick macht, kann es im Winter dringend notwendig sein. Außerdem müssen stets genügend Heu und regelmäßig Frischfutter zur Verfügung stehen. Denn nur über Rohkost bekommen die Tiere alle benötigten Vitamine. Da Meerschweinchen im Gegensatz zu Kaninchen selbst kein Vitamin C bilden können, ist bei ihnen besonders auf dessen Zufuhr zu achten. Praktischerweise mögen viele Meerschweinchen Zitrusfrüchte wie etwa Orangen (ohne Schale!), die besonders Vitamin-C-haltig sind.
  • Trinkwasser! Auch im Winter benötigen die Tiere täglich frisches Wasser. Um zu verhindern, dass die Flüssigkeit einfriert, sollte sie mehrmals täglich durch lauwarmes Wasser ersetzt oder warm gehalten werden.
  • Achtung bei ungeeignetem Fell! Einige Rassen haben ein Fell, das sie nicht vor Kälte und Nässe schützt. Erstaunlicherweise sind gerade langhaarige und Angora-Rassen für die Außenhaltung ungeeignet. Ihr überlanges Fell scheitelt sich an vielen Stellen und gibt die empfindliche Haut so der Witterung preis. Einigen Meerschweinchen- und Kaninchenrassen wurde das Deckhaar weggezüchtet, wodurch ihr Fell Feuchtigkeit wie ein Schwamm aufnimmt.
  • Vorsicht vor „Ein- und Ausbrechern“! Wie auch für sommerliche Tagesausläufe gilt: Das Gehege muss absolut ausbruch- und einbruchsicher sein. Katzen und Marder sind wahre Kletterkünstler, die selbst hohe Zäune überwinden können. Auch an Greifvögel muss gedacht werden, ebenso wie an Füchse, die gerne in Siedlungen unterwegs sind und sich schon mal unter einem Zaun hindurchgraben.

Schon gewusst? Kaninchen stammen vom Europäischen Wildkaninchen ab, das ursprünglich in Spanien beheimatet war. Meerschweinchen kommen aus den südamerikanischen Anden, wo ihre wilden Verwandten noch heute in kargen Gebirgslandschaften auf über 4.000 m Höhe leben.

 


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