Pflanzen effizient und nachhaltig nutzen

Bundeslandwirtschaftsministerium und Bundesforschungsministerium stärken Pflanzenforschung in Deutschland

Be vegan!

Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft: Christian Schmidt.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            Quelle: BMEL/photothek.net/Thomas Köhler

Die Versorgung einer wachsenden Zahl an Menschen mit ausreichend Lebensmitteln, Rohstoffen und Energie ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Pflanzen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Aus diesem Grund bün-deln das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ihre Förderinstrumente zu einer gemeinsamen Initiative in der Pflanzenforschung.

Mit diesem Schulterschluss wollen die beiden Ministerien die Pflanzenforschung und –züchtung in Deutschland noch stärker unterstützen und so die internationale Wettbewerbsfähigkeit und Spitzenposition der deutschen Pflanzenforschung erhalten und ausbauen. Insgesamt stellen das BMBF und das BMEL rund 64 Millionen Euro für die Förderinitiative bereit.

Innovative Forschung in der Pflanzenzüchtung

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt setzt seinen Fokus
auf innovative Forschung in der Pflanzenzüchtung und zur Erhaltung der
Biodiversität: „Mein Ziel ist es, dass wir unsere natürlichen
Ressourcen schonen und genauso effizient wie nachhaltig nutzen. Nur so
können wir die Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung
sicherstellen.“

Der Minister betonte, dass eine ressourcenschonende, qualitativ
hochwertige pflanzliche Erzeugung von zentraler Bedeutung für die
deutsche Landwirtschaft sei: „Unsere ökologische und konventionelle
Landwirtschaft leistet einen wertvollen Beitrag, um der global
zunehmenden Nachfrage nach gesunden Nahrungs- und Futtermitteln sowie
nach schnell nachwachsenden Energie-Rohstoffen unter veränderten
Umwelt- und Klimabedingungen gerecht zu werden. Dafür braucht sie
ertragsstarke und -stabile Pflanzensorten, die sich gut an
unterschiedliche Anbau- und Umweltbedingungen anpassen können,
gleichzeitig aber einen verminderten Ressourcenbedarf aufweisen.“

BMBF setzt auf Grundlagenforschung und Ausbildung

Das BMBF wird in der Förderinitiative anwendungsnahe
interdisziplinäre Verbundprojekte der Grundlagenforschung sowie die
Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses fördern.
Bundesforschungsministerin Johanna Wanka sagte: „Getreide, das auch
bei Trockenheit und auf mageren Böden gedeiht. Früchte, mit einem
besonders hohen Gehalt an gesunden Stoffen. Pflanzen, die wertvolle
Rohstoffe liefern. Die Beispiele zeigen, welchen wichtigen Beitrag die
Pflanzenforschung leisten kann, um Herausforderungen wie den weltweit
wachsenden Bedarf an Nahrungsmitteln oder den Klimawandel zu
bewältigen. Deshalb ist es so wichtig, dass Pflanzenzüchter und
Agrarwissenschaftler gemeinsam ihre Bemühungen steigern, um die
Eigenschaften von Pflanzen zu verbessern und sicherzustellen, dass ihr
Anbau umweltschonend ist und gleichzeitig gute Ernteerträge bringt.“

Nachhaltige Nutzung ist Voraussetzung

Im Rahmen der gemeinsamen Förderung sollen nun solche
Züchtungsprojekte gefördert werden, die eine nachhaltige
Pflanzennutzung gewährleisten, die also einerseits die Erträge sichern
und andererseits natürliche Ressourcen schonen. In den vergangenen
Jahren hat das BMBF beispielsweise das Projekt „Zielgerichtete
Züchtung zur Ertragssteigerung bei Raps (PRE-YIELD-BREED)“ gefördert.
Das Vorhaben hatte zum Ziel, die alte und neue genetische Diversität
im Raps zu erschließen und somit Grundlagen für die Entwicklung von
neuen ertragsreichen, resistenten und effizienten Raps-Sorten zu
schaffen.

In einem weiteren Vorhaben, welches bereits von beiden Ministerien
gefördert wird, geht es darum die Voraussetzungen zur nachhaltigen
Nutzung von Löwenzahn (Taraxacum koksaghyz) entlang der
Wertschöpfungskette zu entwickeln. Ziel ist es den Löwenzahn als
nachhaltige Ressource für die Gewinnung von Latex, Kautschuk und
Inulin erschließen. Der gewonnene Kautschuk ist für die Verwendung in
der Reifenherstellung geeignet und wird bereits in Prototypen
getestet. Inulin findet Anwendung in der Lebensmittelindustrie, zum
Beispiel als Stärkeersatz in Produkten für Diabetiker.

 

Quelle: BMEL


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