Pressetermin: Veggie-Wurst Verköstigung vor dem Göppinger Schlachthof / 26. Februar, 12 Uhr

Go vegan!

Die letzten Augenblicke im Schlachthof.                         Fotocredit: © L214 Éthique & Animaux

„Eure Wurst ist mein Tod“ – titelt das Plakat eines als Schwein verkleideten Aktivisten des Vereins MENSCHEN FÜR TIERRECHTE – Tierversuchsgegner Baden-Württemberg e.V. Die Organisation macht am kommenden Donnerstag mit einer vierstündigen Aktion vor dem Göppinger Schlachthof Fußgänger und Autofahrer auf das Leid der etwa 6000 Schweine und Rinder aufmerksam, die jeden Monat hier geschlachtet werden.

Menschen in Kuh- und Schweinekostümen halten Tafeln und Banner und verteilen vegane Wurstsnacks („Spacebars“) an Passanten, gesponsert von der Firma Topas aus Mössingen. „Hier und heute kann sich jeder davon überzeugen, dass Pflanzenwurst sogar besser schmeckt als Wurst von toten Tieren“, so Marie-Luise Strewe, Vorsitzende des Vereins. „Außerdem rettet jeder, der kein Fleisch mehr isst, 150 Tieren im Jahr das Leben.“ Die Deutschen essen mehr als 12 Milliarden Tiere pro Jahr. (0)

Datum: 26. Februar 2015, 12 Uhr
Zeit und Ort: MetzgerSchlachthof GmbH – Metzgerstraße 40 in 73033 Göppingen 

Im Göppinger Schlachthof werden jede Woche etwa 1200 Schweine und 200 Rinder getötet. Donnerstags kommen Tiertransporter mit Tieren, die freitags geschlachtet werden. Deutschlandweit ist bei Hunderttausenden von Tieren die Betäubung durch CO2 oder Bolzenschuss unzureichend und sie werden noch bei Bewusstsein verbrüht, entblutet und zerlegt. Aus einer Stellungnahme des Ministeriums für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg von 2010 geht hervor, dass laut Prof. Dr. K. T. vom Kulmbacher Max-Rubner-Institut  bundesweit mehr als 500.000 Schweine jährlich nicht richtig betäubt werden und das Verbrühen im Brühbad bei vollem Bewusstsein erleben. (1) In handgeführten elektrischen Betäubungsanlagen liegt die Fehlbetäubungsrate bei Schweinen bei 10,9 bis 12,5%. (2) Bei der Rinderschlachtung betrifft dies mehr als 200.000 Rinder im Jahr. (1) Auch in Göppingen und Esslingen wurden schon Fehlbetäubungen dokumentiert – und dies obwohl es sich um kleinere Schlachtbetriebe handelt. (3)

Auch die CO2-Betäubung von Schweinen steht seit Jahren in der Kritik von Tierschützern und Wissenschaftlern, denn sie wirkt erst nach 10-23 Sekunden (4, 5). Dies führt dazu, dass es bei Einleitung des Gases zu Atemnot, Panik und lauten Schreien bei den Schweinen kommt.

„Jeder der sich fleischfrei ernährt, schützt nicht nur Tiere vor dem Schlachthof, sondern auch sich selbst vor Übergewicht, Herz- und Kreislauferkrankungen“, so Strewe. In Bioläden und Supermärkten findet man auch pflanzliche Fleisch-und Wurstprodukte aus Weizen, Tofu oder Lupine. Vegane Restaurants erfreuen sich großer Beliebtheit.

Kontakt: Dr. Tanja Breining, Tel. 0711 – 616171. Mobil: 0151 – 57583544, TanjaB@Tierrechte-bw.de

 

Quellen:
(0)http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/deutsche-essen-uber-12-milliarden-tiere-pro-jahr
(1)Drucksache 14/6763 (2010): Stellungnahme des Ministeriums für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg vom 30.08.2010 auf den Antrag der Abgeordneten Renate Rastätter u.a. GRÜNE, Schlachthöfe in der Kritik – Tierschutz bei der Schlachtung.
(2)Drucksache 17/10021 (2012): Antwort der Bundesregierung vom 15.06.2012 auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Bärbel Höhn, Friedrich Ostendorff, Undine Kurth (Quedlinburg), weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Tierschutz bei der Tötung von Schlachttieren.
(3)http://www.swp.de/goeppingen/lokales/goeppingen/Laemmer-winselten-um-ihr-Leben;art5583,682261
(4)http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten_artikel,-Viermal-angesetzt-_arid,105453_print,1.html
(5)Troeger, K. (2008): Tierschutzgerechtes Schlachten von Schweinen: Defizite und Lösungsansätze, in: Tierärztliche Praxis 2008, 36 (Suppl 1), S. 34-38.
(6)A. (2012): Stunning pigs with nitrose and carbon dioxide misture: effects on animal welfare and meat quality. Animal, 6 (4), p. 668-675.

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.