Protest vor Brandenburger Tor: Hunderte Menschen halten Mahnwache gegen Massentierhaltung

 

Be vegan!

„Sie leiden im Verborgenem“. Demonstration gegen die Massentierhaltung: Aktivisten von Animal Equality vor dem Brandenburger Tor.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       Fotocredit: (c) Animal Equality

Berlin. Ferkel und Enten, Kaninchen, Puten und Hühner, aufgebahrt vor dem Brandenburger Tor: Tiere, die allein durch die Bedingungen in Nutztierbetrieben noch vor der Schlachtung starben, trugen Teilnehmer des stillen Protests gegen Massentierhaltung heute auf Händen. Rund 300 Menschen unterstützten die Mahnwache, zu der die Organisation Animal Equality aufgerufen hatte. Prominente Gäste aus Kultur und Politik begleiteten die Aktion mit Interviews und Reden, darunter der Europa-Abgeordnete Stefan Eck (MdEP) sowie „Strongman” Patrik Baboumian.

„Noch lange vor dem Schlachthof sterben jedes Jahr Hunderttausende Tiere qualvoll durch die miserablen Zustände in der Massentierhaltung”, so Dr. Katharina Weiss, Pressesprecherin für Animal Equality. „Sie werden dann entsorgt wie Müll. Unsere Aktion führt den Menschen vor Augen: Dieses unvorstellbare Tierleid ist es, was die Fleischindustrie vor Ihnen als Verbrauchern zu verbergen versucht. Doch bei jedem Einkauf kann jeder Einzelne von uns entscheiden, ob er oder sie diese lebensverachtende Skrupellosigkeit der Fleischindustrie wirklich unterstützen möchte.”

Verantwortung beginnt beim Einkauf

Der EU-Abgeordnete Stefan Eck betonte in seiner Rede das Ausmaß der Massentierhaltung: „Es findet ein ununterbrochenes Töten und Sterben von wehrlosen Tieren auf der ganzen Welt statt, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde.“ Deutschlands „Strongman“ 2011 Patrik Baboumian appellierte an die Verantwortung jedes Einzelnen: „Wir alle müssen unseren Beitrag für eine bessere und gerechtere Welt leisten. Heutzutage kann jede Person problemlos vegan leben – es gibt keine Ausreden mehr.“

Hohe Mortalitätsrate ist einkalkuliert

Nutztiere leiden und sterben regelmäßig an den Folgen ihrer Überzüchtung, an haltungsbedingten Krankheiten, Hygienemängeln und am Stress durch die enorme Enge in den Mastbetrieben. Mutterschweine etwa müssen jedes Jahr ca. 6 Monate in Einzelfixierung ertragen: Zum Stillhalten gezwungen, können sich die intelligenten Tiere in den Kastenständen nicht einmal umdrehen. Masthühner sind so überzüchtet, dass ihre Beine die schnelle Gewichtszunahme häufig nicht aushalten: Viele Tiere können nicht mehr aufstehen und verdursten kläglich. Immer wieder dokumentieren Aufnahmen von Tierschützern, dass geschwächte Tiere „unsachgemäß” getötet werden, z.B. durch Erschlagen, Drauftreten oder Aufspießen. So liegt die Mortalitätsrate bei Masthühnern und Mastschweinen bei etwa 5 %, bei jungen Ferkeln bei ca. 14 %. Diese Verlustrate ist in der Massentierhaltung einkalkuliert, auf Tierarztkosten wird häufig verzichtet. Wiederholt haben Undercover-Recherchen von Animal Equality außerdem aufgedeckt, dass kranke oder verletzte Tiere in Nutztierbetrieben regelmäßig lebendig entsorgt werden.

 

 

 

 

 

Quelle: Animal Equality

 

 


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