ProVeg stellt Kernforderungen an künftige Bundesregierung

 

Be vegan!

Bei ProVeg sieht man die Diskussion über die zukünftige Agrarpolitik äußerst kritisch.                                                                              Logo: (c) proveg

Berlin. “Die Herausforderungen, vor denen die Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik steht, sind in der 19. Legislaturperiode gewaltig”, so Felix Domke, Referent ProVeg-Politik. 

“Der schon aus gesundheitlicher Sicht viel zu hohe Konsum tierischer Produkte, der massive Beitrag zum Klimawandel und die gesellschaftlich zunehmende Ablehnung der Haltungsmethoden in der Tierhaltung: Es gibt viel Diskussions- und Handlungsbedarf. Leider verheißen die bisherigen Ergebnisse der Sondierungen eher agrarpolitischen Stillstand anstelle von Aufbruch und zementieren den Status Quo”, sagt Domke.

Potenziale pflanzlicher Ernährung nutzen

ProVeg stellt mit Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen politische Kernforderungen an die zukünftige Bundesregierung: “Oft wird nur über graduelle Veränderungen diskutiert, beispielsweise bei Standards in der Tierhaltung. Wirkliche Fortschritte im Tier-, Klima-, Umwelt-, Gesundheits- und Ressourcenschutz sind allerdings ohne eine deutliche Verringerung der Tierbestände und des Konsums tierischer Produkte nicht realisierbar. Diese Reduzierung muss bei der Erarbeitung politischer Ziele und Strategien dringend mitgedacht werden”, erklärt Domke. Eine verstärkte oder generelle pflanzliche Ernährung besitze das Potenzial, zur Lösung diverser drängender Probleme beizutragen.

Passende Rahmenbedingungen schaffen

Entscheidend sei laut Domke eine Vorbildfunktion der Politik. Zu ihren Aufgaben gehöre es, Regeln aufzustellen, die auf das Leben der Menschen positiv Einfluss nehmen und ihnen eine möglichst bewusste und freie Wahl erlauben. “Es müssen passende Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine vegetarisch-vegane Ernährung – ob gelegentlich oder generell – im Alltag erleichtern. Es gibt strukturelle Probleme, die gelöst werden müssen, wie die steuerliche Benachteiligung pflanzlicher Produkte. Zudem ist das Informationsangebot nicht ausreichend. Beispielsweise können sich Verbraucher momentan noch nicht einmal anhand der Produktverpackung über die Haltungsbedingungen der Tiere informieren”, erläutert Domke.

Herausforderungen und Chancen

“Die Agrar- und Ernährungspolitik der Zukunft muss dringend ökologisch und ökonomisch nachhaltiger, tierfreundlicher, ressourcenschonender und gesundheitsorientierter werden. Nur so hat sie die Chance, gesamtgesellschaftlich akzeptiert und getragen zu werden”, sagt Domke.

 

Die ausführlichen Kernforderungen von ProVeg-Politik finden Sie unter folgendem Link:
https://vebu.de/wp-content/uploads/2018/01/Kernforderungen.pdf

 

 

 

 

 

 

Quelle: ProVeg international