Rees-Haldern: Mehrere Pferde mit Stichen verletzt – PETA setzt 1.000 Euro Belohnung für Hinweise aus

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Wenn „Ripper“ unterwegs sind, sollten Pferde nur tagsüber auf der Weide bleiben.                                                                                                                                                                                                                                        Fotocredit: (c) veggy-post.de

Rees / Stuttgart – Fahndung nach Pferderipper: Am vergangenen Samstag zwischen 15:30 Uhr und 17:30 Uhr fügte ein Unbekannter einem Pferd in einem Paddock an der Straße Sonsfeld in Rees-Haldern eine Verletzung im Genitalbereich zu. Laut Polizeibericht wurde am Tag darauf in der Nähe bei einem weiteren Tier eine ähnliche Wunde festgestellt.

Bereits am 16. Mai hatte eine Tierhalterin bei einem Pferd auf einer Koppel an der Alte Heerstraße eine ebensolche Verletzung entdeckt, die ein Tierarzt als Stichwunde identifizierte. Gestern erstatteten zwei Pferdehalterinnen Anzeige bei der Polizei. Die Kripo Emmerich hat die Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen und bittet um Hinweise unter der Telefonnummer 02822 7830 oder in dringenden Fällen unter Notruf 110.

1.000 Euro Belohnung

Um die Suche nach dem Täter zu unterstützen, setzt die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. nun eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise aus, die zur Ermittlung und Überführung des Tierquälers führen. Möglicherweise waren mehrere Personen an den Taten beteiligt. Zeugen, die Informationen beisteuern können, haben auch die Möglichkeit sich telefonisch unter 01520 7373341 oder per E-Mail an PETA zu wenden – auch anonym.

„Bitte helfen Sie mit, diese Taten aufzuklären“, appelliert Judith Pein im Namen von PETA Deutschland e.V. „Sadistische Täter belassen es häufig nicht bei Tierquälerei und vergehen sich später unter Umständen auch an Menschen. Insbesondere Taten mit möglichem sexuellem Hintergrund dürfen in diesem Zusammenhang nicht verharmlost werden. Pferdehalter und Tierfreunde in der Gegend sollten unbedingt verstärkt achtsam sein und ihre Tiere bestmöglich vor einer ähnlichen Misshandlung schützen.“

Erst Ripper, dann Serienmörder

PETA weist darauf hin, dass insbesondere Taten, die von sogenannten „Pferderippern“ begangen werden, als Indikator für eine mögliche Vorstufe schwerer Sexual- oder Gewaltdelikte gelten. Zahlreiche Mörder vergingen sich zunächst an Tieren, bevor ihnen Menschen zum Opfer fielen. So ließ der als „Rhein-Ruhr-Ripper“ bekannte Serienmörder Frank Gust seine perversen Fantasien zunächst an Pferden, Schafen und Rindern aus, bevor er vier Frauen auf exakt dieselbe Weise tötete wie zuvor die Tiere. Bereits in den 1990er Jahren erschütterte eine Serie von „Pferderipper“-Taten die Republik: Damals wurden über 100 Pferde, vorzugsweise in Niedersachsen, gepeinigt.

Vorsichtsmaßnahmen

Die Tierrechtsorganisation rät Pferdehaltern daher zur besonderen Aufmerksamkeit, wenn ein „Pferderipper“ umgeht. Die Tiere sollten – sofern möglich – nachts nicht auf der Koppel stehen, sondern in einer sicheren, bestenfalls mit Videokameras ausgestatteten Stallung untergebracht werden. Alle Zugänge sollten gesichert und abgesperrt sein. Zudem werden die Kontrollgänge nach Möglichkeit zu unregelmäßigen Zeiten durchgeführt. Aus Sicherheitsgründen ist es dabei ratsam, diese mit mindestens zwei Personen auszuführen und Mobiltelefone bei sich zu tragen. Verdächtig erscheinende Personen in der Umgebung sollten unbedingt der nächsten Polizeidienststelle gemeldet werden, ebenso wie Personen, die bereits in der Vergangenheit durch ihr Verhalten aufgefallen sind.

Fälle von Tierquälerei werden täglich in Deutschland aufgedeckt. Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sind sich mittlerweile einig, dass Gewalttaten an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen.

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von Tierquälerei aus, um bei der Ermittlung der Täter zu helfen.

 

Quelle: PETA


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