Regierungsgremium empfiehlt vegane Alternativen zu tierischen Lebensmitteln

Der VEBU (Vegetarierbund Deutschland) zum Gutachten „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“ des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik (WBA)

Go vegan!

Regierungsnahe Gremien sprechen sich verstärkt für eine pflanzlich orientierte Ernährung aus.                                                                                                                                                                                                                        Fotocredit: (c) veggy-post

Innerhalb nur weniger Wochen hat das dritte regierungsnahe Expertengremium der Bundes-regierung empfohlen, sich für eine pflanzenorientierte Ernährung einzusetzen. Aktuell betont der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, dass ein geringerer Konsum von tierischen Lebensmitteln ein ökologisch sinnvoller Schritt sei, da „die Erzeugung von Fleisch und tierischen Produkten meist mit deutlich höheren Treibhausgas-emissionen und Ressourcen-aufwendungen verbunden ist, als die pflanzliche Erzeugung“.

 

Vegane Alternativen gefordert

Auch pflanzliche Alternativprodukte zu tierischen Lebensmitteln sind Thema des Gutachtens. Diese seien „grundsätzlich […] aus ökologischen Gründen durchaus sinnvoll und von einem Teil der Verbraucher/innen […] auch gewünscht.“ Hieran zeigt sich die zunehmende positive Wahrnehmung pflanzenorientierter Ernährung. „Der Markt bietet heute eine Vielzahl pflanzlicher Alternativen, die den Speiseplan bereichern und zum Schutz von Tieren, Umwelt und Gesundheit beitragen. In den letzten Jahren sind Angebot und Nachfrage bei veganen Produkten beträchtlich gestiegen. Die Verbraucher wollen anders essen. Jetzt ist die Politik gefordert, die Realitäten einer ethisch nicht vertretbaren Tierhaltung und deren Folgen anzuerkennen und Veränderungen auf den Weg zu bringen“, so Till Strecker, Leiter Politik und Internationales beim VEBU.

Nutztierhaltung nicht zukunftsfähig

Der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik hatte sein Gutachten mit dem Titel „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“ Ende März 2015 im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vorgestellt. Hierbei machten die Experten deutlich, dass die sogenannte Nutztierhaltung in ihrer heutigen Form nicht zukunftsfähig sei. Der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft interdisziplinär besetzt. Er erarbeitet unabhängig Gutachten und Stellungnahmen zur Zukunft der Agrarpolitik.

Zentrale Empfehlung des Gutachtens: mehr pflanzliche Produkte

Der VEBU war bei der Übergabe des Gutachtens vor Ort. „Vertreter der Fleischwirtschaft haben dort versucht, die Forderung nach Konsumänderungen als Randthema zu diskreditieren. Hierauf betonte Professor Harald Grethe, der Leiter des Beirats, ausdrücklich, dass es sich bei der Empfehlung zu einem reduzierten Konsum tierischer Produkte keineswegs um einen Randbereich, sondern um eine zentrale Empfehlung des Gutachtens handle“, erläutert Strecker. Zuletzt hatten bereits das Umweltbundesamt und der Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen die Politik dazu aufgerufen, für eine pflanzenorientierte Ernährung einzutreten. Im Zentrum der Berichte der beiden Institutionen standen durch Tierhaltung hervorgerufene Stickstoffemissionen. „Der VEBU fordert die Bundesregierung auf, endlich aktiv zu werden und den Forderungen der Gutachten nachzukommen“, so Strecker weiter.–

Das Gutachten „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“ finden Sie hier: http://www.bmel.de/DE/Ministerium/Organisation/Beiraete/_Texte/AgrBeirGutachtenNutztierhaltung.html  

Zum Wissenschaftlichen Beirat für Agrarpolitik gelangen Sie hier:
Quelle: VEBU

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