Schlachtung trächtiger Rinder: TASSO e.V. fordert sofortiges Verbot

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Tasso e.V. fordert ein sofortiges Verbot der Schlachtung trächtiger Rinder.                                                                                                                                                                  Logo: (c) TASSO

Sulzbach/Ts. – Die Tierschutz-organisation TASSO e.V. begrüßt das in einem Interview mit dem ARD-Magazin „Report Mainz“ von Bundeslandwirt-schaftsminister Christian Schmidt (CSU) angekündigte Verbot des Schlachtens von trächtigen Kühen.

„Es ist ein Skandal, dass Angaben der Bundestierärztekammer zufolge in Deutschland jährlich 180.000 Rinder auch in fortgeschrittenem Trächtigkeitsstadium offensichtlich regelmäßig zum Schlachthof transportiert und geschlachtet werden“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO.

„Da das Problem offensichtlich schon seit Jahren nicht nur beteiligten Berufsgruppen und Verbänden, sondern auch dem Bundesministerium bekannt ist, müssen den Worten des Ministers nun auch umgehend Taten folgen!“ fordert Mike Ruckelshaus.

Verletzung der EU-Tierschutz-Transportverordnung

Der Transport und die Schlachtung trächtiger Rinder verstoßen zudem auch gegen die EU-Tierschutz-Transportverordnung und bedeuten vor allem für die betreffenden Tiere Qual und Leid. „Bei diesen ungeborenen Tieren muss zumindest im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium von einer Empfindungs- und Leidensfähigkeit ausgegangen werden“, erläutert Mike Ruckelshaus. Von daher seien die teilweise noch bis zu 20 Minuten anhaltenden Bewegungen und Atmungsversuche der erstickenden Rinderfeten nach der Schlachtung ihrer Mutter keinen Tag länger hinnehmbar.

Ferner könne nicht akzeptiert werden, dass Verstöße gegen die EU-Tierschutz-Transportverordnung nicht strafbewehrt sind.

Dieser nun die Öffentlichkeit alarmierende Fall von Schlachtungen trächtiger Rinder ist allerdings nur die Spitze des Eisbergs und letztlich eine Auswirkung der auf Wirtschaftlichkeit und Hochleistung ausgerichteten Milchkuhhaltung. „Das Ausmaß der Tierausbeutung hat hier ein trauriges Höchststadium erreicht“, so Mike Ruckelshaus weiter. Kühe, die eigentlich über 20 Jahre alt werden können, erreichen als Milchkuh heute nur noch ein durchschnittliches Alter von 4,7 Jahren, weil sie bereits nach zwei Jahren Milchproduktion nutzungsbedingt Krankheiten und Schäden aufweisen, die den Landwirt aus Rentabilitätsgründen veranlassen, das Tier zum Schlachthof zu bringen.

TASSO drängt auf eine sofortiges Verbot der Schlachtung trächtiger Tiere jedweder Art – nötigenfalls muss die Umsetzung im nationalen Alleingang seitens der Bundesregierung erfolgen.

Über TASSO e.V.:

Die in Sulzbach bei Frankfurt ansässige Tierschutzorganisation TASSO e.V. betreibt Europas größtes Haustierzentralregister. Mittlerweile vertrauen knapp 5,6 Millionen Menschen dem seit mehr als 30 Jahren erfolgreich arbeitenden Verein. Derzeit sind über 7,7 Millionen Tiere bei TASSO registriert und somit im Verlustfall vor dem endgültigen Verschwinden geschützt. Durchschnittlich alle zehn Minuten vermittelt TASSO ein entlaufenes Tier an seinen glücklichen Halter zurück, dies sind im Jahr rund 60.000. Die Registrierung und alle anderen Leistungen von TASSO wie die 24-Stunden-Notrufzentrale, Suchplakate, SOS-Halsband-Plakette und der Suchservice sind kostenlos.

Der Verein finanziert sich ausschließlich aus Spenden großzügiger Tierfreunde. Neben der Rückvermittlung von Haustieren ist TASSO im Tierschutz im In- und Ausland aktiv und sieht seinen zusätzlichen Schwerpunkt in der Aufklärung und der politischen Arbeit innerhalb des Tierschutzes. TASSO arbeitet mit den meisten Tierschutzvereinen und -organisationen sowie mit nahezu allen deutschen Tierärzten zusammen und unterstützt regelmäßig Tierheime unter anderem bei kostenaufwändigen Projekten. Mit dem Online-Tierheim shelta bietet TASSO zudem Tiersuchenden eine Plattform in der virtuellen Welt. Für die Tierhalter ist TASSO ein kompetenter Ansprechpartner für alle Belange des Tierschutzes.

 

Quelle: TASSO e.V.


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