SCHLESWIG-HOLSTEIN: LANDESPROJEKT GEGEN KATZENELEND STARTET

Go vegan!

Kastriert und ein zu Hause. Streuner-Katzen hingegen haben ein von Hunger und Krankheit geprägtes Leben.             Fotocredit: (c) veggy-post

Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Schleswig-Holstein sind Mitinitiatoren eines Pilot-projektes gegen Katzenelend in Schleswig-Holstein. Gestern unterschrieben Vertreter von Land, Kommunen, Tierschutz-verbänden und Tierärzteschaft eine entsprechende Verein-barung.

Kostenentlastung für Vereine

In drei Aktionszeiträumen, gestaffelt von Mitte Oktober 2014 bis September 2015, wird die Kastration von Katzen unter bestimmten Kriterien finanziell unterstützt – z.B. die Kastration frei lebender Katzen, die von Tierschutzvereinen versorgt werden. Eine wichtige Entlastung für die Vereine, die diese Kosten sonst oft allein stemmen müssen. Aber auch Privatpersonen können durch das Projekt unterstützt werden. Der Deutsche Tierschutzbund unterstützt das Vorhaben zudem finanziell gemeinsam mit seinem Landesverband Schleswig-Holstein. Mit dem Projekt ist darüber hinaus der Aufruf an Katzenhalter verbunden, ihre Tiere zu chippen und kostenlos zu registrieren, etwa beim Deutschen Haustierregister. Nur so kann das Tier bei Verlust eindeutig identifiziert und dem Besitzer zurückgeführt werden.

Kastrationspflicht notwendig

„Dieses Projekt setzt ein wichtiges Zeichen für den Schutz frei lebender Katzen, die nicht in privater Hand leben und um die sich bisher nur Tierschützer gekümmert haben. Das ist auch ein wichtiges, politisches Signal, um das Katzenelend zu beenden. Aber wenn es konsequent greifen soll, dann muss es auch eine landesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten geben, die dann auch bundesweit ausgebaut werden muss“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Der Verband unterstützt das Projekt, gemeinsam mit seinem Landesverband, mit 20.000,- Euro Zuschuss. Zudem stellt der Deutsche Tierschutzbund das von ihm geführte, kostenlose Haustierregister (www.registrier-dein-tier.de) zur Verfügung. Dort sollen die beteiligten Tierärzte und Tierheime, die im Rahmen des Projektes behandelten Katzen registrieren, um u.a. am Ende eine Erfolgsstatistik führen zu können.

Und Holger Sauerzweig-Strey, Vorsitzender des Landesverbandes ergänzt: „Wir erhoffen uns auf Dauer eine Entlastung der Tierheime. Große Populationen frei lebender Katzen bergen viele Probleme. Die Tiere sind oft schlecht versorgt und krank. Die Betreuung dieser Katzen bedeutet enorme Kosten für die engagierten Tierfreunde vor Ort.“

130.000 Katzen pro Jahr in Tierheimen

Pro Jahr werden bundesweit mehr als 130.000 Katzen in den mehr als 500 dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierheimen aufgenommen. Zusätzlich versorgen die Tierschutzeinrichtungen frei lebende Tiere an Futterstellen und lassen sie kastrieren. Diese Tiere stammen ursprünglich alle von in Haushalten lebenden Freigängerkatzen ab, deren Fortpflanzung nicht kontrolliert wurde. Der Deutsche Tierschutzbund richtet daher an alle Katzenbesitzer einen dringenden Appell, Tiere frühzeitig beim Tierarzt kastrieren zu lassen. Darüber hinaus sollte jedes Haustier eindeutig mit einem Mikrochip gekennzeichnet und beim Deutschen Haustierregister kostenfrei eingetragen werden. Nur so kann das Tier bei Verlust eindeutig identifiziert und dem Besitzer zurückgeführt werden.


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