SeaWorld-Spionage aufgedeckt: Mitarbeiter der Meerestierpark-Kette versuchte sich mit PETA-Unterstützern anzufreunden und rief zu illegalen Handlungen auf

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Gehört der Fisch dahin? Orca-Show im Sea World San Diego/USA.                                                                                                                                                                                                                                                     Fotocredit: (c) PETA Deutschland e.V.

San Diego / Stuttgart – Adressangabe entlarvt Spion:  Ein Mitarbeiter des amerikanischen Unternehmens „SeaWorld Parks & Entertainment“ versuchte seit 2012, sich mit  PETA-Unterstützern anzufreunden und damit an vertrauliche Informa-tionen der Tierrechts-organisation zu gelangen. In seinen Einrichtungen werden Orcas in kleinen Boxen gehalten und zu Kunststücken gezwungen.

„Thomas Jones“, wie sich der Spion nannte, besuchte Tierrechtstreffen und friedliche Proteste gegen SeaWorld. In sozialen Netzwerken rief er sogar zu illegalen Handlungen auf, indem er Aussagen wie „Brennt [SeaWorld] nieder“ und „lasst #SeaWorld das Wasser aus den neuen Becken“ postete. Weil „Jones“ sich mit einer auffälligen Adressangabe im Aktivistennetzwerk von PETA USA registrierte, konnte ihn die Tierrechtsorganisation als Paul T. McComb entlarven, einen Mitarbeiter der Personalabteilung bei SeaWorld San Diego.

SeaWorld setzt auch auf Wirtschaftsspionage

„SeaWorld ist sich der Tatsache bewusst, dass die Öffentlichkeit die entwürdigenden Orca-Gefängnisse ablehnt. Das Unternehmen ist offensichtlich so verzweifelt, dass es sogar eine Kampagne der Wirtschaftsspionage ins Leben rief“, so Lisa Lange, Senior Vice President bei PETA USA. „Statt sich solch billiger Tricks zu bedienen, hätte SeaWorld sein Geld lieber dafür einsetzen sollen, die Orcas in spezielle Auffangstationen an der Küste zu überführen.“

„Jones“ registrierte sich im Aktivistennetzwerk von PETA USA mit  zwei unterschiedlichen Adressangaben. Die erste Anschrift in Jamul, Kalifornien, existierte nicht. Bei der zweiten Angabe handelte es sich um ein Postfach in San Diego, das auf Ric Marcelino zugelassen ist – dem Sicherheitsleiter bei SeaWorld San Diego. Der Spion hatte sich Informationen über friedliche Proteste gegen SeaWorld von PETA-Mitarbeitern erschlichen und nahm sogar an der Demonstration gegen SeaWorlds Motivwagen in der Rose Parade im Jahr 2014 teil, wo er verhaftet wurde. Nachdem er in Handschellen abgeführt und zur Polizeistation gebracht worden war, verschwand er auf mysteriöse Weise – weder sein echter noch sein falscher Name tauchten jemals in den Verhaftungsunterlagen auf. PETA USA hat deshalb die öffentlich zugänglichen Behördendaten von der Polizei in Pasadena angefragt, um die Dokumente zu seiner Verhaftung einzusehen.

Paul T. McComb forderte Tierfreunde mehrfach zu illegalen Handlungen auf: Es sei an der Zeit, dass die SeaWorld Demonstranten „etwas aggressiver“ würden, „zur Tat schreiten“, sich „Mistgabeln [sic] und Fackeln schnappen“ und nachts vor den Häusern der Vizevorsitzenden von SeaWorld hupen würden. Er organisierte außerdem einen „Aktionsprotest“, den er mit den Worten bewarb, er würde „etwas aufregender [werden], als nur Schilder hochzuhalten“, tauchte dann aber bei der Demonstration gar nicht auf. McComb nahm an Tierrechtskonferenzen teil und erkundigte sich bei Protesten, ob diese von PETA finanziert seien.

 

Quelle: PETA Deutschland e.V.


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