Seligenstadt: Erstmalig Haftstrafe für Welpenhändler // VIER PFOTEN begrüßt Gerichtsentscheidung

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Welpenhändler verlassen den Gerichtssaal.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             Fotocredit: © Annette Hackbarth

Hamburg / Seligenstadt – In Seligenstadt stand gestern Nachmittag ein Ehepaar vor Gericht, das seit mindestens zehn Jahren mit Welpen aus dubiosen Quellen handelt. Die Tiere sind durchweg krank oder starben. Markus und Petra L. wurden wegen Betrugs zu 15 Monaten Haft ohne Bewährung sowie fünf Jahren Zucht- und Haltungsverbot verurteilt. Das Paar hatte bereits 2005 und 2008 Haft auf Bewährung bekommen. Jetzt ist davon auszugehen, dass die Verurteilten in Berufung gehen werden.

Die international tätige Stiftung VIER PFOTEN begrüßt das Urteil des Amtsgericht Seligenstadt als deutliches Signal gegen den illegalen Welpenhandel. Das Paar aus Seligenstadt/Hessen hatte im großen Stil sämtliche Hunderassen über verschiedene Internetportale wie EBAY Kleinanzeigen angeboten, sogar im Ausland.

In diesen Anzeigen war von eigener Zucht, gesunden und geimpften Hunden die Rede, was jedoch schon deshalb nicht stimmen konnte, weil die Händler nicht über die entsprechende Anzahl von  Muttertieren verfügten. Die Welpen kosteten zwischen 350 und 1.050 Euro. Tatsächlich kamen die Hunde aus dubiosen Quellen, waren oft krank, manche starben sogar. In vielen Fällen gab es weder Impfpässe noch Kaufverträge. Obwohl gestern „nur“ acht Fälle verhandelt wurden, folgte die Richterin dem Plädoyer des Oberamtsanwaltes und zog das Gesamtbild des betrügerischen Paares in Betracht. Markus und Petra L. betrieben trotz vielfacher Verurteilungen das Geschäft weiter und zeigten keinerlei Bedauern, weder für die kranken Welpen noch für die geschädigten Käufer.

Auch bei VIER PFOTEN meldeten sich zahlreiche betrogene Hundebesitzer. Die gemeinsamen Recherchen mit HR konnten die kriminelle Vorgehensweise der Welpenhändler schließlich eindeutig belegen.

Birgitt Thiesmann (52), Heimtierexpertin bei VIER PFOTEN:

„Dieses Urteil ist ein Meilenstein für die Kampagnenarbeit von VIER PFOTEN, denn es zeigt, dass illegaler Welpenhandel kein Kavaliersdelikt ist. Wir hoffen, dass die Entscheidung des Gerichts wegweisend für andere Fälle dieser Art sein wird. Skrupellose Welpenhändler sollen verstehen, dass ihr Geschäftsmodell und das damit verbundene Leid der Tiere hart bestraft wird.“

Besonders in Osteuropa werden tausende Welpen unter schlimmsten Bedingungen produziert. Hundebabys werden viel zu früh von ihren Müttern getrennt und meist schon krank, verwurmt und mit gefälschten Impfpässen quer durch Europa transportiert. Ihre neuen Besitzer sind meist mit hohen Tierarztkosten und nicht selten sogar mit dem frühen Tod der Welpen konfrontiert. VIER PFOTEN engagiert sich mit einer internationalen Kampagne gegen den illegalen Welpenhandel und fordert eine europaweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hunde.

 

 

 

Quelle: VIER PFOTEN


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