Stickstoffgutachten kritisieren Belastung der Böden durch Nutztierhaltung: Lösungsvorschläge des Sachverständigenrates entsprechen VEBU-Forderungen

Go vegan!

Der VEBU ist die größte Interessengemeinschaft vegetarisch und vegan lebender Menschen in Deutschland.                                                                                                                                                                      Logo: (c) VEBU

Die Intensivtierhaltung in Deutschland hinterlässt ihre Spuren. Das zeigen aktuelle Gutachten des Sachverstän-digenrates für Umweltfragen und des Umweltbundesamtes. Die Haltung sogenannter Nutztiere in Deutschland ist zu einem großen Anteil für die Belastung der Umwelt verant-wortlich. Die Gutachten rufen zu geändertem Konsumver-halten auf. 

Hauptverursacher ist die Landwirtschaft

Schädliche Stickstoffverbindungen entstehen vor allem durch Tierhaltung, Düngung und durch Verbrennungsmotoren. Über 60 Prozent der Stickstoffemissionen in Deutschland stammen aus der Landwirtschaft. Stickstoffverbindungen belasten Umwelt und Gesundheit auf vielfältige Weise. So führen Stickstoffeinträge in Böden zu Versauerung und gefährden die Biodiversität. Stickstoffoxide in der Luft schädigen die menschliche Gesundheit direkt. Nitrosamine in Nahrungsmitteln werden als krebsauslösend bewertet. Lachgas, ebenfalls eine Stickstoffverbindung, hat erhebliche klimaschädliche Wirkung. Aktuelle Gutachten legen nun offen, dass es eines geänderten Konsumverhaltens bedarf, um zukünftig eine weniger starke Belastung zu erreichen.

Einkaufsgewohnheiten müssen sich ändern

„Die Bundesregierung muss sich endlich klar gegen den übermäßigen Konsum von tierischen Produkten positionieren und entsprechende Konzepte erarbeiten. Stellungnahmen von Sachverständigenrat und Umweltbundesamt zeigen noch einmal auf, wie sehr die Produktion von Fleisch, Eiern und Milch die Umwelt schädigt – neben den negativen Auswirkungen auf Gesundheit, Ernährungssicherheit und Tiere“, sagt Till Strecker, Leitung Politik und Internationales beim VEBU (Vegetarierbund Deutschland). Schädliche Stickstofffreisetzungen können „nur dann ausreichend verringert werden, wenn höhere Umweltanforderungen an die Landwirtschaft  in Deutschland mit veränderten Konsummustern einhergehen“ ist ein Fazit einer Studie des Sachverständigenrates der Bundesregierung für Umweltfragen. Und auch das Umweltbundesamt kommt aktuell zu dem Ergebnis, dass die Einkaufsgewohnheiten der Verbraucher sich ändern müssen.

Gutes Geld mit billigem Fleisch

„Es kann nicht sein, dass Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks ein zentrales Ergebnis des Sachverständigenrates der Bundesregierung für Umweltfragen und des Umweltbundesamts ignoriert und ausschließlich auf die Novellierung der Düngeverordnung verweist. Das greift viel zu kurz. Die Bundesregierung muss jetzt die Realitäten anerkennen und sich aktiv für eine pflanzenbetonte Ernährung einsetzen – auch gegen den Widerstand des Teils der Agrarwirtschaft, der gutes Geld mit billigem Fleisch macht“, so Strecker weiter.

Lösungsvorschläge des Sachverständigenrates entsprechen VEBU-Forderungen

Der Sachverständigenrat selbst schlägt „eine Kombination von zielgruppenspezifischer Information und ökonomischen Instrumenten“ vor, um eine Änderung der Konsumgewohnheiten zu erreichen. Die Experten nennen als Beispiele die Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes auf tierische Produkte sowie die Ausweitung des vegetarischen Angebots in öffentlichen Kantinen. Dies sind Forderungen, die der VEBU seit langem an die Politik stellt.

Sachverständigenrat und Umweltbundesamt

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen ist ein Beratungsgremium der deutschen Bundesregierung. Ihm gehören Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen an, die vom Bundesumweltministerium berufen werden, aber keinen Weisungen unterliegen. Das Umweltbundesamt ist die zentrale Umweltbehörde der Bundesrepublik. Es berät die Bundesregierung, überwacht den Vollzug von Umweltgesetzen und informiert die Bevölkerung in Umweltfragen.

Sondergutachten „Stickstoff: Lösungsstrategien für ein drängendes Umweltproblem“ (Januar 2015), Sachverständigenrat für Umweltfragen:
http://www.umweltrat.de/DE/DerSachverstaendigenratFuerUmweltfragen/dersachverstaendigenratfuerumweltfragen_node.html
„Reaktiver Stickstoff in Deutschland Ursachen, Wirkungen, Maßnahmen“ (Dezember 2014), Umweltbundesamt:
http://www.umweltbundesamt.de/publikationen/reaktiver-stickstoff-in-deutschland
Pressemitteilung der Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit:  „Hendricks: Eintrag von Stickstoff muss wirksam und dauerhaft begrenzt werden“ (Januar 2015):http://www.bmub.bund.de/presse/pressemitteilungen/pm/artikel/hendricks-eintrag-von-stickstoff-muss-wirksam-und-dauerhaft-begrenzt-werden/ 

 

Der VEBU ist die größte Interessenvertretung vegetarisch und vegan lebender Menschen in Deutschland. Seit 1892 setzt sich die Organisation mit positiver Öffentlichkeitsarbeit dafür ein, den Fleischkonsum dauerhaft zu senken und eine pflanzenbetonte Lebensweise als attraktive und gesunde Alternative allen Menschen zugänglich zu machen. Der VEBU unterstützt beim Start in eine genussvolle Ernährung mit zahlreichen Angeboten und zeichnet sich durch originelle Kampagnen, vielfältige Veranstaltungen und die zielgerichtete Arbeit mit Multiplikatoren aus. Für Experten wie Verbraucher hat sich die Organisation als führende Anlaufstelle in allen Fragen des vegetarisch-veganen Lebens etabliert. www.VEBU.de


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