TASSO e.V. kritisiert fragwürdige Gesellschaftsjagd des hessischen Ministerpräsidenten aufs Schärfste

Teures Lobbyistentreffen auf Kosten der Tiere – TASSO fordert sofortige Abschaffung

Be vegan!

TASSO e.V. verurteilt Bouffiers Gesellschaftsjagd.                                                                                                                                                        Logo: (c) TASSO

Sulzbach/Ts., 20. Oktober 2015 – Am 4. November lädt der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier einen ausgesuchten und nicht näher benannten Personenkreis zur Gesellschaftsjagd ein. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. kritisiert dies und fordert die Abschaffung der Gesellschafts-jagd des Ministerpräsidenten.

Auf dem Programm der diesjährigen Veranstaltung im Hessen-Forst, Forstamt Groß-Gerau, stehen eine Drückjagd mit anschließender Streckenlegung, eine Gesprächsrunde mit dem Ministerpräsidenten im Schlosshotel Kronberg und Abendessen. Das Ganze wird von Steuergeldern bezahlt und kostet rund 22.000 Euro.

„Die Jagd allein ist aus Tierschutzgründen gesellschaftlich schon höchst umstritten“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO e.V. Gerade bei einer Drück-/Treibjagd ist die Anzahl der nicht tödlich getroffenen Tiere im Gegensatz zu einer Ansitzjagd überdurchschnittlich hoch. Darüber hinaus verurteilen die Tierschützer das Töten von Tieren im Rahmen eines Unterhaltungsprogramms für Lobbyisten.

„Solche Staatsjagden stehen in der Tradition der Feudalherrschaft und passen weder in unsere Zeit, noch sind sie mit einem modernen, demokratischen Politikverständnis vereinbar. Andere Bundesländer wie Hamburg und Niedersachsen haben ihre Staatsjagden deshalb auch schon abgeschafft“, erläutert Mike Ruckelshaus. „Eine Abschaffung der Gesellschaftsjagd des Ministerpräsidenten fordert auch der Hessische Tierschutzbeirat, dem TASSO als Mitglied angehört.“

Ferner ist es nach Ansicht der Tierschützer sehr unpassend, dass der Ministerpräsident ausgerechnet zum Zeitpunkt der Novellierung der hessischen Jagdverordnung, die derzeit öffentlich äußerst kontrovers diskutiert wird, diese Art der Lobbyarbeit mit Jägern betreibt. Mike Ruckelshaus abschließend: „Dies lässt unserer Ansicht nach auf eine fehlende Wahrung politischer Neutralität während eines laufenden Gesetzgebungsverfahrens schließen.“

Über TASSO e.V.:

Die in Sulzbach bei Frankfurt ansässige Tierschutzorganisation TASSO e.V. betreibt Europas größtes Haustierzentralregister. Mittlerweile vertrauen knapp 5,6 Millionen Menschen dem seit mehr als 30 Jahren erfolgreich arbeitenden Verein. Derzeit sind über  7,7 Millionen Tiere bei TASSO registriert und somit im Verlustfall vor dem endgültigen Verschwinden geschützt. Durchschnittlich alle zehn Minuten vermittelt TASSO ein entlaufenes Tier an seinen glücklichen Halter zurück, dies sind im Jahr rund 60.000. Die Registrierung und alle anderen Leistungen von TASSO wie die 24-Stunden-Notrufzentrale, Suchplakate, SOS-Halsband-Plakette und der Suchservice sind kostenlos.

Der Verein finanziert sich ausschließlich aus Spenden großzügiger Tierfreunde. Neben der Rückvermittlung von Haustieren ist TASSO im Tierschutz im In- und Ausland aktiv und sieht seinen zusätzlichen Schwerpunkt in der Aufklärung und der politischen Arbeit innerhalb des Tierschutzes. TASSO arbeitet mit den meisten Tierschutzvereinen und -organisationen sowie mit nahezu allen deutschen Tierärzten zusammen und unterstützt regelmäßig Tierheime unter anderem bei kostenaufwändigen Projekten. Mit dem Online-Tierheim shelta bietet TASSO zudem Tiersuchenden eine Plattform in der virtuellen Welt. Für die Tierhalter ist TASSO ein kompetenter Ansprechpartner für alle Belange des Tierschutzes.

 

 

 

Quelle: TASSO e.V.