Stute mit Folterwerkzeug tödlich verletzt. Tierrechtsorganisation weist auf weitere Fälle in der Region hin

 

Be vegan! Pferd auf einer Koppel.

Aufgepasst! Pferde werden immer wieder Opfer von „Rippern“.                                                                                                                                                                                                                                            Fotocredit: (c) veggy-post.de

Klipphausen / Stuttgart – Suche nach Pferderipper: Medienberichten zufolge misshandelte ein unbekannter Täter vergangene Woche auf einer Koppel der Ranch „Western Inn“ in Klipphausen eine Stute mit einem selbstgebauten Folterwerkzeug so schwer, dass sie von einem Tierarzt eingeschläfert werden musste. 

Das verletzte Tier wurde am Freitag gefunden. Die Pferdehalterin setzte Medienberichten zufolge eine Belohnung in Höhe von 2.000 Euro für Hinweise, die zur Überführung des Tierquälers führen, aus. Die Polizei ermittelt.

Um die Suche nach dem Täter zu unterstützen, erhöht die Tierrechtsorganisation PETA nun die Belohnung um weitere 1.000 Euro. Zeugen, die Informationen beisteuern können, wenden sich an die Polizei und haben ebenso die Möglichkeit, sich telefonisch unter 01520 7373341 oder per E-Mail bei PETA zu melden – auch anonym. Möglicherweise waren mehrere Täter an der Tierquälerei beteiligt. PETA weist darauf hin, dass es in diesem Jahr im Umkreis von 50 bis circa 150 km bereits mehrere Anschläge von Pferderippern gab. So wurde im Mai ein Pferd in Struppen schwer verletzt. Im August schoss ein unbekannter Täter in Großgrabe auf eine Stute. Im November wurden vier Stuten auf einer Koppel in Zschorgula mit Messern und einer Harke misshandelt. Ein weiteres Pferd wurde in Rudolstadt mit einem Messer geschnitten. Bereits 2015 wurde ein Hengst in Münchberg von einem Unbekannten erstochen

„Immer wieder werden PETA Gewalttaten gegenüber Pferden gemeldet“, so Judith Pein im Namen von PETA. „Weitere Vorfälle in der Region sollten umgehend angezeigt werden, um mögliche Tatzusammenhänge aufzuzeigen. Sadistische Täter belassen es häufig nicht bei Tierquälerei und vergehen sich später unter Umständen auch an Menschen.“

Vorstufe von schweren Sexual- und anderen Gewaltdelikten

PETA weist darauf hin, dass insbesondere Taten, die von sogenannten „Pferderippern“ begangen werden, als Indikator für eine mögliche Vorstufe schwerer Sexual- oder Gewaltdelikte gelten. Zahlreiche Mörder vergingen sich zunächst an Tieren, bevor ihnen Menschen zum Opfer fielen. So ließ der als „Rhein-Ruhr-Ripper“ bekannte Serienmörder Frank Gust seine perversen Fantasien zunächst an Pferden, Schafen und Rindern aus, bevor er vier Frauen auf exakt dieselbe Weise tötete wie zuvor die Tiere. Bereits in den 1990er Jahren erschütterte eine Serie von „Pferderipper“-Taten die Republik: Damals wurden über 100 Pferde, vorzugsweise in Niedersachsen, gepeinigt.

Die Tierrechtsorganisation rät Pferdehaltern daher zur besonderen Aufmerksamkeit, wenn ein „Pferderipper“ umgeht. Die Tiere sollten – sofern möglich – nachts nicht auf der Koppel stehen, sondern in einer sicheren, bestenfalls mit Videokameras ausgestatteten Stallung untergebracht werden. Alle Zugänge sollten gesichert und abgesperrt sein. Zudem werden die Kontrollgänge nach Möglichkeit zu unregelmäßigen Zeiten durchgeführt. Aus Sicherheitsgründen ist es dabei ratsam, diese mit mindestens zwei Personen auszuführen und Mobiltelefone bei sich zu tragen. Verdächtig erscheinende Personen in der Umgebung sollten unbedingt der nächsten Polizeidienststelle gemeldet werden, ebenso wie Personen, die bereits in der Vergangenheit durch ihr Verhalten aufgefallen sind.

Fälle von Tierquälerei werden täglich in Deutschland aufgedeckt. Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sind sich mittlerweile einig, dass Gewalttaten an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen.
Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von Tierquälerei aus, um bei der Ermittlung der Täter zu helfen.

 

 

 

 

 

 

Quelle: PETA

 

 


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