Tierschutz-Forschungspreis Berlin: Vielversprechende tierversuchsfreie Verfahren ausgezeichnet

 

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Der Bundesverband fordert ausdrücklich mehr Forschungspreise.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                     Quelle Logo: (c) Menschen für Tierrechte

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte begrüßt die Vergabe des 4. Tierschutz-Forschungspreises durch das Land Berlin. Den Preis in Höhe von 25.000 Euro teilen sich dieses Jahr zwei Forscher-teams, die mit ihren Entwick-lungen Tierversuche im Bereich der Grippevirenerkennung und der Schlaganfallforschung ersetzen wollen.

Der Berliner Tierschutz-Forschungspreis geht zum einen an den Forscherverbund der Universität Potsdam, dem Robert-Koch Institut und dem Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie-Berlin-Brandenburg unter der Koordination von Prof. Frank Bier. Das Team hat die in vitro-Plattform „FluType“ zur Erkennung von Influenzasubtypen entwickelt. Mit dem Verfahren können u.a. Versuche mit Frettchen (1) ersetzt werden. Das neue Verfahren ermöglicht ein kostengünstiges, schnelles und vor allem zuverlässiges Influenza-Monitoring. Dies ist wichtig, um korrekte Impfempfehlungen abgeben zu können.

Menschliches Gehirn in mehrdimensionalen Modellen

Außerdem wurde das Team von Dr. Philipp Mergenthaler und Dr. Harald Stachelscheid vom Zentrum für Schlaganfallforschung der Charité Universitätsmedizin Berlin ausgezeichnet. Die Wissenschaftler etablieren derzeit eine Plattform für zwei- beziehungsweise dreidimensionale Modelle des menschlichen Gehirns auf Basis menschlicher Stammzellen. Damit wollen die Wissenschaftler die Entstehungsmechanismen erforschen und Wirkstoffe testen. Die Plattform kann auch mit anderen humanen Hirngeweben genutzt werden. Die neue Technologie kann zukünftig dazu beitragen, hochbelastende Tierversuche zu ersetzen. Allein im Jahr 2014 wurden zur Erforschung des Schlaganfalls siebzig Tierversuchsgenehmigungen mit Tausenden von Ratten und Mäusen erteilt.

Am Rande der Tierschutzforschungspreisverleihung wird auch der langjährige Einsatz von Claudia Hämmerling mit einem Ehrenpreis für den Tierschutz gewürdigt. Sie arbeitete zwischen 1996 und 2016 als tierschutzpolitische Sprecherin von Bündnis 90/die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus.

Die Forschungspreissumme in Höhe von 25.000 Euro wird vom Land Berlin und dem Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa) gestiftet.

Eigener Etat für tierversuchsfreie Verfahren gefordert

Die Auslobung von Forschungspreisen ist eine zentrale Forderung des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte, der auch in der Berliner Jury vertreten ist. Eine Forschungspreisverleihung kann jedoch immer nur eine Anerkennung der Forschungsleistungen der Wissenschaftler sein. Eine gezielte Finanzierung der Entwicklung fehlender tierversuchsfreier Verfahren kann er nicht ersetzen. Der Verband fordert unter anderem einen eigenen Etat zur Förderung tierversuchsfreier Verfahren, neue Kriterien bei der Vergabe von Fördermitteln sowie eine umfassende Gesamtstrategie für eine tierleidfreie Wissenschaft.

Neben der Bundesregierung vergeben bisher nur Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Hamburg und Berlin Preise, die Forschungen auf dem Gebiet der tierversuchsfreien Verfahren auszeichnen.

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(1) Das Verfahren kann u.a. den Einsatz von Frettchen im sogenannten Hämagglutinationsinhibitionstest ersetzen, die dafür mit Grippeviren infiziert werden.

Link zur Online-Version des Magazins tierrechte (Ausgabe 2/2017) mit dem Schwerpunkt:Tierversuche: Erster Abbauplan kommt aus Den Haag

 

 

 

 

 

 

Quelle: Menschen für Tierrechte

 

 


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