Tierschutzwüste Deutschland: VIER PFOTEN kritisiert Nutztierpolitik der Bundesregierung

 

Anlässlich des Welttierschutztags am 4. Oktober zieht Kampagnenleiterin Denise Schmidt von der Tierschutzstiftung VIER PFOTEN Bilanz zur Nutztierpolitik in Deutschland.

Be Vegan!

Abartige Praktiken in der Nutztierhaltung.                                                                                                                                                                                         Quelle: (c) VIER PFOTEN

„Bilder von Schweinen und Puten, die nicht mehr laufen oder aufstehen können; Tiere mit offenen Wunden, die nicht behandelt wurden; Ferkel, die nicht fachgerecht betäubt, sondern auf den Boden geschlagen und zappelnd liegen gelassen werden; tote Tiere, die nicht aus der Bucht genommen und entsorgt werden – diese Bilder, wie sie kürzlich in der NDR-Sendung „Panorama“ aus Ställen wichtiger deutscher Agrarvertreter gezeigt wurden, sind zutiefst erschütternd. 

 
Gleichzeitig sind sie eine Momentaufnahme der Intensivtierhaltung in Deutschland und ein Spiegel dessen, was seit Jahren in der Nutztierpolitik versäumt wurde.

Freiwillige Vereinbarungen – ein Tropfen auf den heißen Stein

Die letzten Jahre hat Bundesminister Christian Schmidt wertvolle Zeit mit Ankündigungen und Arbeitsgruppen vertan: Der „Kompetenzkreis Tierwohl“, „freiwillige Selbstverpflichtungen“ und das „Grünbuch“ sollten der große Durchbruch sein. Der Abschlussbericht des „Kompetenzkreises Tierwohl“ fordert zum Beispiel die Einführung einer nationalen Nutztierstrategie und eines Bund-Länder-Tierschutzplans. Auch der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sieht in der aktuellen Tierhaltung keine Zukunft und fordert eine grundlegende Wende. Das Bundesministerium setzt jedoch weiterhin auf freiwillige Vereinbarungen, die weder behördlich kontrollierbar sind, noch sanktioniert werden können, anstatt gesetzliche Vorgaben auszuweiten.

Was fehlt, ist ein konkreter Fahrplan, wie die Forderungen für eine bessere Tierhaltung umgesetzt werden sollen. Jetzt besteht die Chance, rechtlich wirksame Verbesserungen im Tierschutz einzuführen, wie die Anbindehaltung von Milchkühen abzuschaffen und die Fixierung von Sauen in Kastenständen zu beenden. Betäubungslose Kastrationen von Tieren, Kupieren von Schnäbeln, Kürzen von Schwänzen und die betäubungslose Enthornung von Kälbern müssen verboten werden. Bestehende Gesetze, so auch die für Transport und Schlachtung von Tieren, müssen strenger kontrolliert und umgesetzt werden.

Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung lässt für alle Tierarten zu wenig Platz und eine struktur- und beschäftigungsarme Haltung zu. Dabei wird im Tierschutzgesetz eine verhaltensgerechte Unterbringung von Tieren gefordert. Dies steht im Widerspruch zueinander.

Für einige Tierarten gibt es gar keine Haltungsvorgaben, sie sind somit gesetzlich nicht geschützt, wie zum Beispiel mehr als sechs Monate alte Rinder, Mastputen, Junghennen und auch Enten und Gänse.

VIER PFOTEN fordert, dass die rechtlichen Tierschutzbestimmungen grundlegend zugunsten der natürlichen Bedürfnisse der Tiere nachgebessert werden. Insgesamt wird an der bisherigen Arbeit der Bundesregierung kein Wille deutlich, eine Wende weg von der intensiven Tierproduktion hin zu einer tierfreundlicheren, extensiveren und schonenderen Tierhaltung zu vollziehen. VIER PFOTEN wird darum weiter auf grundlegende Verbesserungen zugunsten der Tiere drängen.“

 

 

 

 

 

Quelle: VIER PFOTEN

 

 


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