Tierverbrauch im Biologie-Studium in Baden-Württemberg: Nur PH Freiburg ermöglicht tierfreies Studium

Go vegan!

Eine Alternative: der Selbstversuch.                                                                               Fotocredit: (c) J.R. / privat

Wer in Baden-Württemberg Biologie studieren möchte, hat die Wahl zwischen sechs Pädagogischen Hochschulen (Freiburg, Ludwigsburg, Weingarten, Karlsruhe, Heidelberg und Schwäbisch-Gmünd), sieben Universitäten (Konstanz, Hohenheim, Ulm, Tübingen, Stuttgart, Freiburg, Heidelberg) und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT Karlsruhe). Der Verein MENSCHEN FÜR TIERRECHTE – Tierversuchsgegner Baden-Württemberg e.V. hat die Hochschulen um Auskunft gebeten und einen Vergleich erstellt.

Nur an der PH Freiburg ist ein Studium ohne Tierverbrauch möglich. Denn hier ist die Teilnahme an Tierpräparationen freiwillig. Es werden zwar Fische, Schweineherz und -augen seziert, aber „Studierende können den Raum verlassen und bearbeiten das Thema mit Hilfe von Literatur, Abbildungen und Modellen“, so die Pressestelle.

Organmodelle und Totfunde

An der PH Ludwigsburg ist zumindest eine passive Teilnahme am humanbiologischen und physiologischen Praktikum, bei dem u. a. Hühnerbeine, Schweineaugen und -herz seziert werden, Pflicht. Zusätzlich wird alternativ mit Organmodellen gearbeitet. An der PH Weingarten wird derzeit auch der Einsatz von Videos getestet, die je nach Ergebnis Tierpräparationen künftig ersetzen könnten. An der PH Karlsruhe gibt es ein Frosch-Computerprogramm, an der PH Heidelberg wird u.a. mit Totfunden gearbeitet.

Universitäten ohne adäquates Angebot

An den Universitäten im Land wird ein tierverbrauchsfreies Studium derzeit nicht angeboten. An der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg ist zwar ein Biologie-Studium ohne Tiere, die unter das Tierschutzgesetz fallen, möglich – was aber Versuche an wirbellosen Tieren zulässt. In Konstanz kommen mikroskopische Präparate und konservierte Tierkörper zum Einsatz. Am KIT Karlsruhe gibt es eine reiche Palette an Alternativmethoden: Computersimulationen, Selbstversuche der Studenten an sich selbst („wodurch teilweise auch bessere Lernerfolge zu erzielen sind“) und humane Proben, welche für andere Zwecke nicht mehr verwendet werden.

Die Universitäten Hohenheim, Tübingen, Stuttgart, Ulm und Heidelberg gaben trotz mehrfacher Nachfrage keine Auskunft.

Die Auflistung aller Antworten finden Sie hier.

Tierfreie Lehrmethoden sind verfügbar

„Viele Studenten entschließen sich aufgrund des Tierverbrauchs gegen ein Biologiestudium, so dass der Forschung begabte und ethische Wissenschaftler und Lehrer entgehen, die es in Zukunft braucht“, so Ingeborg Livaditis, Vorstandsmitglied von MENSCHEN FÜR TIERRECHTE – Tierversuchsgegner Baden-Württemberg e.V.

In Italien, Holland und in der Ukraine ist ein tierfreies Studium ohne jeden Nachteil für die Studenten möglich. Tierfreie Lehrmethoden sind u. a. Verhaltensstudien im Freiland, Selbstversuche, Computersimulationen, interaktive Filme, lebensechte Modelle, Versuche an Gewebe- und Organkulturen, die aus menschlichen Zellen gezüchtet werden.

Der Verein MENSCHEN FÜR TIERRECHTE – Tierversuchsgegner Baden-Württemberg e.V. setzt sich auch auf Bundesebene für die Erarbeitung einer gesetzlichen Grundlage ein, die den Studenten ein modernes, tierfreies Studium ermöglichen soll.

 

Quelle:
MENSCHEN FÜR TIERRECHTE – Tierversuchsgegner Baden-Württemberg e.V.


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