Tierversuche: „Kreiter macht eiskalt weiter“

Go vegan!

„Collin“ (?) fixiert im Primatenstuhl.
                                                   Fotocredit: (c) R&D/BUAV

Andreas Kreiter forscht an der Universität Bremen in der Abteilung „Theoretische Neurobiologie“ an Makaken. „Kreiter macht eiskalt weiter“, das ist der Titel einer ganzseitigen Anzeige, die gestern in verschiedenen Tageszeitungen, unter anderen auch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, erschienen ist. Geschaltet wurde die Anzeige von der bundesweiten Organisation „Tierversuchsgegener Bundesrepublik Deutschland e.V.“

Der Anzeige vorangestellt ist ein Zitat von Dr. med Herbert Stiller, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie

„Tierexperimentatoren sind Wesen besonderer Art – man sollte sie nicht leichtfertig Menschen nennen.“

In der DIN A3 großen Anzeige wird ausführlich erklärt, wie die Genehmigung für Kreiters seit vielen Jahren äußerst umstrittenen Tierversuche – trotz großen Widerstands, zustande gekommen ist, wie die Versuche aufgebaut sind und über deren zweifelhaften Nutzen, oder wie es in der Anzeige heißt, dass es sich: „…im vorliegenden Fall um „Neugierforschung“ ohne die Notwendigkeit eines medizinischen Nutzens handele“.

Hier folgt zunächst die Pressemeldung der TIERVERSUCHSGEGNER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND e.V. zur Anzeigenkampagne. Darunter findet ihr einen Link zum PDF mit der gestrigen Anzeige und einen weiteren Link zu einem Video („Für Leser mit starken Nerven“), wie er ebenfalls in der Anzeige genannt wird.

PRESSE-ERKLÄRUNG

BERLIN – Mit einer neuen Anzeigen-Kampagne prangert die bundesweite Organisation TIERVERSUCHSGEGNER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND e.V. den Tierexperimentator Andreas Kreiter an, der seit 1998 Affenversuche an der Universität Bremen durchführt. Dabei kritisiert der Verband die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes vom 11. Dezember 2012 aufs Schärfste, wonach Kreiter seine Experimente erstmal weiter machen darf. Die Bremer Gesundheitsbehörde hatte ihm zuvor die Genehmigung verweigert, weil sie die Versuche wegen der schweren Belastungen für die betroffenen Tiere für ethisch nicht vertretbar hielt. Dagegen hatte Kreiter Klage erhoben.

In einer ganzseitigen Anzeige mit dem Titel „KREITER macht eiskalt weiter“, die am
16. April 2014 u.a. in der FAZ, in der ZEIT, im TAGESSPIEGEL und im WESER-KURIER sowie in den Bremer Nachrichten erscheint, wird geschildert, wie die Rhesusaffen in der Abt. Neurobiologie von Kreiter für die Versuche vorbereitet werden: Zuerst würde den Makaken der Schädel aufgefräst, Führungsrohre für die Elektroden angelegt sowie eine Haltevorrichtung im Kopf einzementiert, an der die Tiere in einem sog. Primatenstuhl befestigt werden könnten. Auf diese Weise fixiert müssten die Affen stundenlang auf Monitore starren und bestimmte Tasten drücken, während ihre Hirnströme gemessen würden.

Abgesehen von der enormen Tierquälerei, die mit solchen Versuchen verbunden sei, lehnen die Tierversuchsgegner die Experimenten auch wegen der mangelnden Übertragbarkeit auf den Menschen ab. Die Versuche seien zwecklos, weil sich die Daten und Befunde der Hirnstrommessungen diagnostisch und therapeutisch nicht auf menschliche Erkrankungen wie Epilepsie, Parkinson, Alzheimer oder Schizophrenie anwenden ließen. Außer leeren Versprechungen
sei bei den jahrelangen Experimenten nichts herausgekommen. Sie dienten
Kreiter lediglich zur Profilierung in einschlägigen Fachkreisen.
In der Anzeige fordert der 5.000 Mitglieder starke Verband den Rektor der Universität Bremen, Prof. Dr. Bernd Scholz-Reiter, auf, „sich von den mittelalterlichen Foltermethoden in Form von quälerischen und inadäquaten Tierexperimenten zu verabschieden und stattdessen einer innovativen und echten Wissenschaft an seiner Hochschule eine Chance zu geben“.

Anzeige: „Kreiter macht eiskalt weiter“ als PDF.

Video: Tierversuche bei Covance

 

Fotocredit: (c) R&D/BUAV


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