Tierversuche: Schluss mit Mäusequal für Antifaltenmittel

 

Go vegan!

Nicole Maisch, Sprecherin der Tierschutzpolitik von Bündnis 90/Die Grünen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                               Fotocredit: (c) Stefan Kaminski

Zur Antwort der Bundesregie-rung auf unsere Kleine Anfrage über weitere Tierversuche an 150.000 Mäusen für Botox-Präparate und anlässlich des Internationalen Tages gegen Tierversuche am 25. April, erklärt Nicole Maisch, Sprecherin für Tierschutzpolitik: Es ist nicht hinnehmbar, dass erneut Tausende von Mäusen für Botox-Versuche gequält und getötet werden sollen, obwohl die Zulassung eines alternativ-en Testverfahrens ohne Tier-qual unmittelbar bevor steht.

Tierversuche für Kosmetika sind in Deutschland und in der ganzen EU seit 2009 verboten. Dass trotzdem Tierversuche für Antifaltenmittel gemacht werden können, zeigt eine Rechtslücke. Hier muss die Bundesregierung ran. Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland müssen sich darauf verlassen können, dass für Ihre Schönheit keine Tiere leiden müssen.

LD 50 – die Hälfte der Tiere sterben

Bei den äußerst schmerzhaften LD50-Versuchen wird Mäusen das Nervengift in die Bauchhöhle gespritzt. Parallel dazu werden „Vergleichsgruppen“ eingesetzt, denen unterschiedlich stark verdünntes Botox gespritzt wird. Um die Konstanz der Produktion zu messen, wird die Verdünnungsmenge ermittelt, bei der die Hälfte der Tiere stirbt. Die Mäuse ersticken nach drei bis vier Tagen unter schweren Qualen – mit Krämpfen, Lähmungen, Erblinden.
Laut EU-Kommission sollten Tests, die unter den Schweregrad „schwer“ fallen – wozu auch die Botox-Versuche zählen – eigentlich verboten werden. Diese Möglichkeit hat die Bundesregierung nicht genutzt und ermöglicht damit diese grausamen Versuche weiter.

Alternativ- und Ersatzmethoden fördern

Wir fordern von der Bundesregierung eine Änderung des Tierschutzgesetzes, um die Vorgaben der EU-Kommission zu Tierversuchen adäquat umzusetzen. Außerdem muss die Bundesregierung Alternativ- und Ersatzmethoden zu Tierversuchen stärker fördern und sich für beschleunigte Zulassungen einzusetzen. Die bereitgestellten Mittel für die Förderung und Erforschung sind bisher kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

 

Quelle: Bündnis 90 / Die Grünen im Bundestag