Undercover-Recherche: Ziegen auf Biohof in Brilon schwer misshandelt – PETA zeigt Landwirt an

 

Be vegan!

Magere und kranke Ziegen auf einem Bioland-Betrieb in Nordrhein-Westfalen.                                                                                                                                                                                                     Fotocredit: © PETA

Brilon / Stuttgart – Prügel, Vernachlässigung, schimmeliges Futter: Ermittler der Tierrechtsorganisation PETA haben aufgedeckt, wie Mitarbeiter eines Bioland-Betriebes im nordrhein-westfälischen Brilon Ziegen quälen. Aufnahmen einer versteckten Kamera zeigen zwei Arbeiter, die mit Stöcken und Fäusten auf die Tiere einschlagen, sie zu Boden drücken und an den Beinen zum Melkstand zerren. 

Viele der Ziegen sind außerdem stark unterernährt, haben offene Wunden und lahmen. Whistleblower berichteten gegenüber PETA, dass zahlreiche Tiere starben, nachdem sie über längere Zeit hinweg schimmelndes Futter bekommen hatten.

Die Tierrechtsorganisation hat den Landwirt und die beiden Mitarbeiter bei der Staatsanwaltschaft Arnsberg angezeigt. Sie fordert ein sofortiges Tierhalteverbot und empfindliche Strafen wegen massiver Tierquälerei. Kritik äußert PETA auch am Veterinäramt Hochsauerlandkreis, das trotz mehrerer Zeugenhinweise lange Zeit untätig blieb.

„Lange hat der Halter in Brilon Ziegenmilch unter dem Bioland-Siegel vermarktet, während die Tiere teilweise vernachlässigt und brutal misshandelt wurden“, so Sophie Nouvertné, Syndikusrechtsanwältin bei PETA. „Die Ziegen waren ihren Peinigern offenbar schutzlos ausgeliefert, da das zuständige Veterinäramt den Betrieb auch nach mehreren Meldungen offenbar nicht gewissenhaft kontrollierte.“

Tiere wie Müll entsorgt

Mehrere Hundert Ziegen leben auf dem Hof in Brilon in einer Halle. Tote Tiere, darunter auch einige Lämmer, werden von den Mitarbeitern wie Müll unter Planen hinter dem Stall versteckt und laut Zeugen erst nach und nach illegal entsorgt – offenbar, um die hohe Sterblichkeitsrate auf dem Hof zu verschleiern.

Bioland-Zertifikat entzogen

Bioland NRW, der mit artgerechter Tierhaltung wirbt, entzog dem Landwirt nach Sichtung der PETA-Recherche umgehend das Verbandszertifikat und kündigte seine Mitgliedschaft. Deutlich wird in diesem Fall jedoch, dass das Kontrollsystem von Bioland versagt hat und Tieren keinen Schutz bietet. Mit der Folge, dass ein Mitgliedsbetrieb Ziegen lange Zeit misshandeln kann. Auch Biolands Vermarktungspartner Organic Goatmilk Coöperatie hat die Zusammenarbeit mit dem Landwirt eingestellt.

Leistung oder Tod

Ob bio oder konventionell: Tiere in Agrarbetrieben leiden auch ohne zusätzliche Gewalt. Damit die weiblichen Ziegen konstant Milch geben, müssen sie regelmäßig schwanger werden. Die Lämmer werden ihren Müttern jedoch kurz nach der Geburt weggenommen. Männliche Tiere werden nach wenigen Monaten, weibliche Tiere, sobald sie keine Milch mehr geben oder zu hohe Tierarztkosten verursachen, im Schlachthof getötet. In Deutschland halten Landwirte etwa 160.000 Ziegen, hauptsächlich um aus ihrer Milch Käse zu machen.

Go vegan!

PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, für die menschliche Ernährung ausgebeutet zu werden. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder Fischernetzen. Mit dem kostenlosen Veganstart-Programm der Tierrechtsorganisation gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. PETA Deutschland e.V. ist die größte Interessenvertretung vegan lebender Menschen in Deutschland.

 

 

 

 

Quelle: PETA

 

 


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