Update: einigen Kosmetik-Unternehmen droht tatsächlich Verlust des BDIH-Zertifikats

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Naturkosmetik-Export nach China nicht konform mit dem angesehenen BDIH-Zertifikat

Im Dezember verschickte der BDIH eine Information an Unternehmen, die kontrollierte Naturkosmetik nach China exportieren. Darin drohte der BDIH mit dem Verlust seines für Naturkosmetik-Unternehmen wichtigen Zertifikats. Grund: in China sind Tierversuche an fertigen Kosmetik-Produkten vorgeschrieben. Der BDIH teilte mir dazu heute mit, dass diese Information in Absprache mit dem Prüfunternehmen IONC GmbH verschickt worden war.

Die IONC kontrolliert Produkte/Unternehmen im Auftrag des BDIH – gemäß dem BDIH Standard. Der BDIH, so heißt es weiter treffe selber keine Kontrollentscheidungen und es stünden momentan auch keine weitere Maßnahmen seitens des BDIH an, nachdem der Standard für kontrollierte Naturkosmetik bereits von Anfang an Regelungen zum Verbot von Tierversuchen enthält.

Weiter heißt es in der Nachricht vom BDIH: aufgrund von Verschwiegenheitsgründen könne die IONC GmbH keine individuellen Auskünfte über prüfungsrelevante Daten geben.
Das heißt, es werden keine Unternehmen genannt, die davon betroffen sind, bzw. weitere Unternehmen, die sich, wie bereits im letzten Jahr LOGOCOS und Lavera, inzwischen vom chinesischen Markt zurückgezogen haben oder andere Maßnahmen ergriffen haben, um das BDIH-Zertifikat weiter führen zu dürfen.

Generell könne man aber mitteilen, dass die IONC die (neuerliche) Prüfung unter Beachtung der Maßgaben vornehme, die im Rahmen des Informationsschreibens an die Unternehmen genannt worden seien. Dazu gehöre auch, dass für Produkte, die bereits nach China exportiert worden seien, zu prüfen sei, inwieweit für diese keine Tierversuche erfolgten, bzw. in Auftrag gegeben worden sind. Weiter heißt es in der Mitteilung vom BDIH: In der Tat drohe der Verlust des BDIH Kontrollzeichens für solche Produkte, bei denen die Tierversuchsfreiheit nicht belegt werden könne und für die der Zeichennutzer nicht die geforderten Maßnahmen ergriffen habe, um den Vertrieb solcher Produkte in China einzustellen.

Kurz zum Hintergrund

Tierversuche zu Stoffen für Kosmetikprodukte sind in der EU verboten, in China jedoch Pflicht. Bereits seit 2004 dürfen in der EU keine Tierversuche mehr mit fertigen Kosmetikprodukten durchgeführt werden. Genau dieses ist aber in China zur verpflichtenden Registrierung von Kosmetikprodukten für den chinesischen Markt vorgeschrieben. Solche tierversuche werden mitunter auch von chinesischen Vertriebspatnern durchgeführt, ohne dass das mit den deutschen oder europäischen Unternehmen abgesprochen ist.

Anfang Dezember haben dann der BDIH (1)(Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel e.V.) und IONC (2)(GmbH, International Organic and Natural Cosmetics Corporation) reagiert. In einem Schreiben an die Naturkosmetik-Hersteller und in einer Pressemeldung haben die zertifizierenden und kontrollierenden Organisationen deutlich gemacht, dass eine Registrierung von Kosmetikprodukten für den chinesischen Markt nicht mit dem BDIH-Zertifikat konform geht – eben weil in China Tierversuche zur Registrierung vorgeschrieben sind. Könnten Unternehmen mit Dokumenten belegen, dass ihre Produkte von dieser Verpflichtung befreit sind, bliebe die Konformität mit dem Zertifikat allerdings gewahrt. Da dieses bestenfalls in Ausnahmen der Fall sein wird, sind die Naturkosmetikunternehmen in Zugzwang. BDIH und IONC hatten Mitte Dezember eine Frist bis zum 14. Januar 2014 gesetzt.

 

(1) Der BDIH-Standard für kontrollierte Naturkosmetik gehört zu den weltweit führenden Standards für Natur- und Biokosmetik. Über 7.000 Erzeugnisse wurden bis heute mit dem Prüfzeichen des BDIH ausgezeichnet und die Einhaltung der Standardkriterien von der IONC GmbH laufend kontrolliert.

(2) IONC GmbH – Ihre Aufgabe ist es, die weltweite Kontrolle von kosmetischen Mitteln nach BDIH-Standard zu organisieren. Das BDIH Label für kontrollierte Naturkosmetik steht damit als unverwechselbares Zeichen auch in einer einheitlichen englischsprachigen Version der IONC zur weltweiten Verwendung zur Verfügung.

 

 


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