Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche: 35 Jahre Engagement für eine tierversuchsfreie Forschung

Go vegan!

Tierversuche töten Tiere und oft auch Menschen.                                                                                       Fotocredit: © A_Bruno – Fotolia.com

Vor genau 35 Jahren wurde die bundesweite Vereinigung „Ärzte gegen Tierversuche“ gegründet. Treibende Kraft ist bis heute die Überzeugung, dass das tierexperimentelle System ein fataler Irrweg ist, der nicht nur Tieren das Leben kostet, sondern auch Menschen. Der Verein tritt für eine ethisch vertretbare Wissenschaft und Medizin ohne Tierversuche ein, um anwendbare Ergebnisse zu erzielen. Die Gründung der Ärzte gegen Tierversuche im Jahr 1979 geht auf das inzwischen verstorbene Ärztepaar Margot und Herbert Stiller aus Hannover zurück. Für die beiden Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie war die mangelnde Übertragbarkeit von Tierversuchsergebnissen auf die Situation beim Menschen ausschlag-gebend.

Tierversuche nutzlos

Fundament der Arbeit der Ärzte gegen Tierversuche ist auch heute die belegte Nutzlosigkeit von Tierversuchen. Wissenschaftliche Fachveröffentlichungen führen immer wieder vor Augen, dass Tierversuche die Medizin in eine Sackgasse geführt haben. So kommen amerikanische Experten in einer aktuellen Studie zu dem Schluss, dass Alzheimer-Tierversuche nicht auf den Menschen übertragen werden können und Untersuchungen an menschlichen Nervenzellen sinnvoller sind. In der Multiple Sklerose-Forschung an Mäusen zeigt sich schon innerhalb unterschiedlicher Tier“modelle“ ein mangelnde Übertragbarkeit und im Vergleich zum Menschen reagieren diese sogar vollkommen anders. Die angekündigten Durchbrüche in der Heilung menschlicher Krankheiten wie Alzheimer, Krebs und Multiple Sklerose lassen also weiter auf sich warten und können mit Tierversuchen keinesfalls erreicht werden.

Forschung und Medizin ohne Tierversuche

Mit seinen bundesweiten Arbeitsgruppen trägt der Verein Argumente für eine Forschung und Medizin ohne Tierversuche in die Öffentlichkeit und klärt seien Mitmenschen über die Hintergründe des tierexperimentellen Systems auf. Die Ärztevereinigung initiiert zudem zielgerichtete Kampagnen gegen Tierversuche, um auf die Missstände hinzuweisen und die Politik in die Pflicht zu nehmen, endlich den Ausstieg aus dem verheerenden System einzuleiten. Im Jahr 2007 startete der Ärzteverein eine Kampagne für die Abschaffung der Botox-Tierversuche, die er gemeinsam mit seinem Dachverband ECEAE auf EU-Ebene ausweitete. Ein erster Etappensieg war 2011 die Anerkennung eines tierversuchsfreien Tests für die Produkte von Allergan, Markführer von Botoxprodukten, was nun zahlreiche Mäuse vor einem qualvollen Tod für den Faltenglätter bewahrt. In Osteuropa unterstützt der Verein Hochschulen, die auf tierversuchsfreie Lehrmethoden im Studium umsteigen wollen, was jedes Jahr rund 47.000 Tieren das Leben rettet. Mit seinem REACH-Projekt trägt er wesentlich zur Verhinderung von Chemikalien-Tierversuchen bei. Die Toxikologen der Ärztevereinigung und der ECEAE hatten Testvorschläge kommentiert und Firmen beraten. Bislang konnte mindestens 18.000 Tieren ein Labortod erspart werden.

Jeder kann Fördermitglied werden

Die Ärzte gegen Tierversuche wird zurzeit von rund 1.400 Mitgliedern unterstützt, davon sind die Hälfte Ärzte, Tierärzte sowie im medizinischen Bereich tätige Naturwissenschaftler und Psychologen. Jeder Bürger kann bei der Ärztevereinigung Fördermitglied werden und die wertvolle Arbeit für die Abschaffung der Tierversuche zugunsten einer zielgerichteten, modernen und ethischen Medizin unterstützen.

Wissenschaftliche Studien

 


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