PETA übergibt 92.000 Unterschriften gegen das Töten männlicher Küken an Bundeskanzlerin Merkel und Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner

Versprechungen endlich in die Tat umsetzen

Be vegan!

Getötetes männliches Küken.                                                                                                                                                                                                                                                      Credit: PETA Deutschland e.V. / Karremann

Berlin / Stuttgart – Jedes Jahr werden allein in Deutschland etwa 50 Millionen männliche Küken kurz nach dem Schlupf in den Brütereien vergast, weil sie weder Eier legen noch genügend Fleisch für die Mast ansetzen. Obwohl das Töten aus rein wirtschaftlichen Interessen illegal ist, werden Verbote seit Jahren mit leeren Versprechungen, nach denen die Geschlechtererkennung im Ei in Kürze möglich wäre, verhindert. 

Beteiligte Politiker wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und vor allem Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) schützen einmal mehr die Interessen der Eierindustrie, anstatt den Tod der Küken zu verhindern. Aus diesem Grund übergibt PETA in einem Schreiben mehr als 92.000 Unterschriften an die beiden Politikerinnen und fordert das sofortige Ende der Kükenvergasung.

„Tiere aufgrund ihres Geschlechts für nutzlos zu betrachten und diese zu töten, widerspricht jeglichem ethischen Handeln“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Für ein Land, das den Tierschutz seit 2002 als Staatsziel im Grundgesetz verankert hat, ist es eine Schande, dass im Jahr 2019 in Deutschland noch immer Millionen männlicher Küken mit Gas erstickt werden und somit einen unvorstellbar qualvollen Tod sterben.“

Handlungsbedarf seitens der Politik

Immer wieder versprachen Julia Klöckner und ihre Vorgänger, dass das Kükentöten mit der Einführung einer „praxistauglichen Alternative“ beendet werden soll. Vor einigen Tagen gab die Landwirtschaftsministerin in einem Interview bekannt, dass dies mit der Geschlechtserkennung im Ei der Firma SELEGGT (Rewe/Uni Leipzig) voraussichtlich ab 2020 in der Breite möglich sein soll. PETA kritisiert scharf, dass Gesetze zugunsten der Industrie seit Jahren missachtet werden. Das Beenden des tierquälerischen Kükentötens darf nicht verschoben werden, bis wirtschaftliche Alternativen einsatzbereit sind. Über 92.000 Menschen, die die Petition von PETA unterzeichnet haben, sprechen sich für ein sofortiges Verbot ohne die Beachtung wirtschaftlicher Einbußen aus – diese Stimmen potentieller Wähler dürfen nicht ignoriert werden.

Das Leid der Legehennen

Das geplante Verbot des Kükentötens ändert jedoch nichts am Leid der über 40 Millionen überzüchteten Hennen in der deutschen Eierindustrie. Diese fristen weiterhin ein erbärmliches Leben in Käfigen oder riesigen Hallen mit tausenden Artgenossen auf ihren eigenen Exkrementen. Nach etwa anderthalb Jahren endet ihr entbehrungsreiches Leben im Schlachthaus – das gilt auch für Hennen in der Bioindustrie. Bisherige Ansätze wie die Initiative „Bruderhahn“ mindern ebenfalls kein Tierleid. Hier wird das Leben der männlichen Küken nur verlängert, bis diese wegen ihres Fleisches getötet werden. Wer den Küken und Hühnern wirklich helfen möchte, sollte Eier gänzlich von seinem Speiseplan streichen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

 

 

 

 

 

Quelle: PETA