VIER PFOTEN bringt traumatisierte Gaza-Löwen nach Jordanien

Go vegan!

Löwe auf dem Transport aus Gaza nach Jordanien.                                                                                                                                                                                                               Fotocredit: (c) VIER PFOTEN | Adel Hana

VIER PFOTEN ist es gelungen, drei traumatisierte Löwen aus dem schwer beschädigten Al-Bisan Zoo in Beit Lahiya im Norden des Gazastreifens in eine Rettungsstation nach Jordanien zu bringen. Für die restlichen Tiere wird an einer tiergerechten Lösung vor Ort gearbeitet. Die international tätige Stiftung für Tierschutz plante den Transport der Tiere von Amman/Jordanien aus. 

An der transnationalen Rettungsaktion waren unterschiedlichste Behörden und Vertretungen aus vier Staaten beteiligt: Ägypten, Israel, Jordanien sowie die Palästinensische Autonomiebehörde.

Ziel: rasche Hilfe

Tierarzt Dr. Amir Khalil von VIER PFOTEN, der die Aktion vor Ort koordinierte, lag vor allem die rasche Hilfe für die beiden rund 6-jährigen Löwen und die 7-jährige, trächtige Löwin am Herzen: „Es geht uns nicht nur um eine artgemäße Unterbringung, adäquates Futter und die tierärztliche Versorgung. Löwen sind nun einmal gefährliche Wildtiere. Die Gehege waren bereits vor den Luftangriffen alles andere als sicher für Pfleger und Zoobesucher. Deshalb haben wir für die drei eine Lösung außerhalb Gazas gesucht.“

Die Löwen wurden am Dienstagmorgen vor Ort anästhesiert, medizinisch durchgecheckt und in geeignete Transportboxen verladen. Dann ging es für sie im Konvoi in eine Transitstation in Jordanien, wo sie noch am selben Tag erfolgreich in ihr vorübergehendes Gehege entlassen wurden. Sobald die neuen Gehege fertig gestellt sind (diese befinden sich noch im Bau), werden sie ihr endgültiges Zuhause beziehen. VIER PFOTEN errichtet derzeit ein neues Tierschutzzentrum, das„Al Ma´wa for Nature and Wildlife”, ungefähr 45 Kilometer von Amman entfernt.

Gehege sollen tiergerecht wieder aufgebaut werden

Auch für die verbleibenden ungefähr 30 Tiere (darunter ein Makak, Grünmeerkatzen, Wildkatzen, Wölfe, Strauße, Greifvögel, Stachelschweine und ein Krokodil) wird es eine Lösung geben. Dr. Amir Khalil: „Wir sehen, dass den Menschen in Gaza der Zoo und seine Tiere am Herzen liegen. VIER PFOTEN sichert daher Expertise und finanzielle Unterstützung zu, die Gehege tiergerecht wieder aufzubauen. Zudem wollen wir auch das lokale Team im Umgang mit den Tieren schulen.“ Unterstützung kommt auch von der französischen Tierschutzorganisation 30 millions d’amis.

Zoo bei Luftangriffen schwer beschädigt

Anfang Juli war der Zoo bei Luftangriffen schwer beschädigt worden, mehr als 80 Tiere starben. Bereits letzte Woche hatte ein Nothilfeteam von VIER PFOTEN die rund 30 überlebenden Zootiere mit Futter, Wasser und Medikamenten versorgt sowie Impfungen und Notoperationen durchgeführt. Gemeinsam mit lokalen Helfern wurden auch die schwer beschädigten Gehege behelfsmäßig repariert, gereinigt und desinfiziert. Auch die zerstörte Wasserversorgung konnte wieder hergestellt werden. Die Hilfe der Tierschützer kam keine Minute zu früh: Zuvor hatten die Tiere tagelang ohne frisches Wasser und Futter auskommen mussten.

Zoo-Drama in Gaza: Das Team von VIER PFOTEN benötigt weiterhin dringend finanzielle Unterstützung von Tierfreunden, um die Tiere vor Ort zu versorgen. Weitere Informationen finden Sie auf: www.vier-pfoten.de/gaza

 

Fotocredit: alle Fotos Copyright: (c) VIER PFOTEN | Adel Hana


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