Vorlage für andere Unternehmen: Nestlé sorgt für mehr Tierschutz bei seinen Masthühnern

 

Be vegan! Porträtfoto von Mahi Klosterhalfen, Geschäftsführer der Albert Schweitzer Stiftung.

Mahi Klosterhalfen – Geschäftsführender Vorstand der Albert-Schweitzer-Stiftung.                                                                                                                                                                                    Foto: (c) Timo Stammberger

Nestlé verpflichtet sich, in Europa die Tierschutzstandards für seine Masthühner anzuheben. Wie das Unternehmen heute mitteilte, wird es die Standards der Europäischen Masthuhn-Forderung erfüllen. Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt hat entscheidend zu diesem Schritt beigetragen. Andere Unternehmen der Branche müssen jetzt nachziehen, fordert die Stiftung.
»Nestlé hat es vorgemacht«, sagt Mahi Klosterhalfen, Geschäftsführer der Albert Schweitzer Stiftung. »Jetzt sind wir zuversichtlich, dass weitere Lebensmittelproduzenten wie Dr. Oetker dem Beispiel folgen werden.«

Bereits im Dezember 2017 hatte Nestlé USA bekannt gegeben, spätestens ab 2024 seine Masthuhn-Standards anzuheben. Das hat die Albert Schweitzer Stiftung zum Anlass genommen, Nestlé Deutschland in dieser Frage zu kontaktieren. Dort zeigte man sich offen für einen Dialog mit der Tierschutz-Stiftung, zumal es schon einige Jahre zuvor eine konstruktive Zusammenarbeit beim Verzicht auf Käfigeier gegeben hatte.

Austausch führt zu besseren Tierschutzstandards

Mit einem intensiven Austausch über Fachfragen der Masthuhn-Haltung hat die Albert Schweitzer Stiftung dazu beigetragen, das Unternehmen von den erhöhten Tierschutzstandards zu überzeugen. In den Dialog wurden außerdem Nestlé Europa und auch weitere Tierschutzorganisationen eingebunden. Ab 2026 wird Nestlé europaweit für alle Lebensmittel, die Bestandteile von Masthühnern enthalten, die Europäische Masthuhn-Forderung erfüllen. Mit der Umsetzung beginnt das Unternehmen allerdings schon ab dem 1. Januar 2019. Die Forderung von Mindeststandards wird von 25 europäischen Tierschutzorganisationen gemeinsam getragen, um maßgebliche Tierschutzprobleme in der Hühnermast zu verringern.

„Gangbarer erster Schritt“

Die Kriterien der Masthuhn-Forderung greifen die wichtigsten Problembereiche wie Überzüchtung, Mangel an Platz und Beschäftigungsmaterial sowie Fehlbetäubungen bei der Schlachtung auf. Das soll das Leid für die Masthühner wesentlich mindern; zudem ist ein deutlich geringerer Antibiotikaeinsatz möglich. Eine artgerechte Haltung müsste zwar noch weit mehr erfüllen, die Forderung ist jedoch ein für alle Unternehmen gangbarer erster Schritt mit zumutbaren Mehrkosten, der in der Regel keine Stallumbauten notwendig macht.

Nestlé ist das weltweit größte Unternehmen für Lebensmittel und Getränke. Mit Standorten in 191 Ländern ist es fast überall auf der Welt vertreten. Zu ihm gehören zahlreiche bekannte Marken wie Maggi, Thomy, Wagner und Herta.

 

 

 

 

 

 

Quelle: Albert Schweitzer Stiftung