Vortragsreihe in Tübingen: Experten beleuchten Affenhirnversuche in Tübingen

Go vegan!

Affen: gehalten für Tierversuche.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          Fotocredit: (c) Animal Rights Sweden

Unter dem Titel „Wer profitiert von meinem Leid?“ laden die bundesweite Organisation Ärzte gegen Tierversuche und der Tübinger Verein Act for Animals ab dem 26. März zu einer Vortragsreihe in Tübin-gen ein. Hierbei geht es um die im Brennpunkt stehende Affenhirnforschung. Renom-mierte Experten bringen dazu der interessierten Öffentlich-keit medizinische, wissen-schaftliche, ethische und rechtliche Aspekte näher.

Gleich an mehreren Tübinger Instituten werden Rhesusaffen durch Durst gefügig gemacht, damit sie mit angeschraubtem Kopf und Elektroden im Gehirn nach Forscherwunsch Aufgaben am Bildschirm erledigen. Der Ärzteverein fordert seit sechs Jahren mit seiner Kampagne ein Ende dieser grausamen und wissenschaftlich unsinnigen Versuche.

Verstöße gegen das Tierschutzgesetz

Zuletzt in die Kritik geraten war das Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik in Tübingen (MPI). Verdeckt gemachte Filmaufnahmen offenbarten das unermessliche Leid der Tiere sowie offensichtliche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Nach Strafanzeigen durch den Ärzteverein und andere Tierschutzorganisationen ermittelt die Staatsanwaltschaft derzeit, hat kürzlich die Räume des MPI durchsucht und Dokumente beschlagnahmt.

Vorzüge tierversuchsfreier Forschung

Mit ihrer Vortragsreihe wollen die Vereine Ärzte gegen Tierversuche und Act for Animals erneut die Notwendigkeit eines sofortigen Endes der Affenhirnforschung betonen. Mit hochkarätiger Besetzung informieren sie über medizinische, wissenschaftliche, ethische und rechtliche Aspekte. Zudem wird ein Dokumentarfilm gezeigt, welcher die Vorzüge der tierversuchsfreien Forschung anhand konkreter Projekte aufzeigt, sowie eine preisgekrönte Reportage über die Resozialisierung von Schimpansen nach 30 Jahren Isolation im Labor.

Experten und Themen

Zum Auftakt der Vortragsreihe referiert am 26.3. Dr. med. Rolf Simon, leitender Oberarzt der Hochschulambulanz an der Universität Heidelberg, über die Kritik des Tierversuchs als Erkenntnismodell in der Humanmedizin. Am 22.4. erläutert Dr. med. vet. Hiltrud Straßer, Tierärztin für Kleintiere und Pferde, ethische und wissenschaftliche Hintergründe der medizinischen Grundlagenforschung. Für den 20.5. konnte Dr. jur. Eisenhart von Loeper, renommierter Tierschutzanwalt und Träger des Bundesverdienstkreuzes für seine Verdienste zur Aufnahme des Tierschutzes ins Grundgesetz, als Referent gewonnen werden. Er geht der Frage nach, ob Affenexperimente ein strafbarer Rechtsbruch oder zulässige Wissenschaft sind. Der Rechtsexperte stellte für Ärzte gegen Tierversuche die Strafanzeige gegen die Tierexperimentatoren des MPI.

Alle Interessierten sind eingeladen. Der Eintritt für alle Veranstaltungen ist frei.


Vortagsreihe „Wer profitiert von meinem Leid?“

Do, 26.3.2015, 19 Uhr
Vortrag Dr. med. Rolf Simon
Leitender Oberarzt Hochschulambulanz Universität Heidelberg
„Allgemeine Kritik des Tierversuchs als Erkenntnismodell in der Humanmedizin“
Neue Aula, HS 2, Geschwister Scholl Platz 1, 72074 Tübingen

Mi, 22.4.2015, 19 Uhr
Vortrag Dr. med. vet. Hiltrud Straßer
Tierärztin für Kleintiere und Pferde, Tübingen
„Folteropfer für medizinische Grundlagenforschung“
und Film: „Woran soll man denn sonst testen?“
Kupferbau, HS 24, Hölderlinstr. 5, 72074 Tübingen

Mi, 20.5.2015, 19 Uhr
Vortrag Dr. jur. Eisenhart von Loeper
Rechtsanwalt und Vorsitzender der Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz, Berlin
„Affenexperimente – strafbarer Rechtsbruch oder zulässige Wissenschaft? Was bedeuten uns die Mitlebewesen und die Menschenwürde?“
Kupferbau, HS 24, Hölderlinstr. 5, 72074 Tübingen

Di, 16.6.2015, 19 Uhr
Filmvorführung
„UNTER MENSCHEN – Wiedergutmachung unmöglich“
Preisgekrönte Reportage über die Resozialisierung von Schimpansen nach 30 Jahren Isolation im Versuchslabor. Ein Film über Wahrheit, Verantwortung und Hoffnung.
Kupferbau, HS 23, Hölderlinstr. 5, 72074 Tübingen

 

 


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