Weltmilchtag am 1. Juni: TASSO erinnert an Schattenseiten der Milchkuhhaltung

 

Be vegan!

Kälber werden schön früh von den Müttern getrennt. Schließlich wollen deren Milch die Menschen trinken.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            Fotocredit: (c) Dr. Helmut Stadtfeld

Sulzbach/Ts. – Zum „Internationalen Tag der Milch“ am 1. Juni fordert die Tierschutzorganisation TASSO e.V. angesichts zahlreicher Tierschutzprobleme ein grundsätzliches Umdenken in der Milchkuhhaltung. Darüber hinaus appelliert die Organisation an die Verbraucherinnen und Verbraucher, tierschutzbewusst einzukaufen. Während am Weltmilchtag wieder für die Kuhmilch als Nahrungsmittel Imagepflege betrieben wird, möchte TASSO auf die Schattenseiten der modernen Milchkuhhaltung aufmerksam machen.

Die Zucht auf hohe Milchleistung hat für die Kühe schwerwiegende gesundheitliche Nachteile in Form von Euter-, Stoffwechsel- und Klauenerkrankungen gebracht. „Normalerweise kann eine Kuh 20 Jahre alt werden“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO. „Doch derzeit wird eine Milchkuh bereits mit durchschnittlich viereinhalb Jahren wegen nutzungsbedingter Gesundheitsschäden geschlachtet.“

Tierleidvolle Haltung und Aufzucht

Auch bestimmte Haltungsformen in Milchviehbetrieben sind mit Tierleid verbunden, wie beispielsweise die Anbindehaltung, bei der die Kühe ständig auf einem Stallplatz fixiert ihr Dasein fristen müssen, oder die gängige Praxis, Kälber bereits innerhalb der ersten Stunden nach der Geburt von ihren Müttern zu trennen.

Die Kälber werden isoliert von der Mutter in Iglus oder Boxen aufgezogen und mit sogenannten Milchaustauschern aus Eimern gefüttert. Dies führt bei den Tieren nicht selten von Verdauungsstörungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. „Zudem können die Tiere in diesen Haltungssystemen ihrem natürlichen Saugbedürfnis nicht ausreichend nachkommen, sodass sie sich oft gegenseitig besaugen und damit weitere Gesundheitsprobleme im Bestand verursachen“, erklärt Mike Ruckelshaus die weiteren Folgen. Neben dem Trennungsschmerz wirke sich der fehlende Kontakt zu erwachsenen Rindern auch negativ auf das spätere Sozialverhalten der Kälber aus.

Verbraucherinnen und Verbraucher können pflanzliche Alternativen kaufen

Die heutige Milchkuhhaltung, bei der kranke Tiere und die frühe Trennung von Kalb und Kuh die Regel sind, bedürfe nicht nur aus Tierschutzgründen, sondern auch angesichts schwindender öffentlicher Akzeptanz einer dringenden Kehrtwende. Daher appelliert TASSO auch an die Verbraucherinnen und Verbraucher, beim Kauf von Milch und Milchprodukten auf die Herkunft aus tiergerechteren Haltungssystemen zu achten. „Einige wenige Betriebe haben schon auf mutter- oder ammengebundene Kälberaufzucht umgestellt“, so Mike Ruckelshaus. Hierbei haben die Kälber je nach Modell Dauer- oder Kurzkontakt zur Mutter oder zu einer Ammenkuh. „Auch diese Systeme sind zwar oft noch Kompromisslösungen, aber schon ein wichtiger Schritt zu einer akzeptableren Kälberhaltung“, erläutert der Tierschützer.

Verbraucher, die das bestehende System der Milchkuhhaltung nicht unterstützen möchten, können auf pflanzliche Alternativen zu Kuhmilch wie Soja-, Getreide-, und Nussdrinks sowie auf Produkte aus diesen wie Sahne, Joghurt und Käse zurückgreifen.

 

 

 

 

 

 

Quelle: TASSO

 

 


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