Wie Sie Wildvögel im Winter richtig füttern

Be vegan!

Was brauchen Wildvögel im Winter?                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             Fotocredit: © Heike Engelhart / TASSO e.V.

Sulzbach – Rotkehlchen, Meisen, Sperlinge und viele andere Vogelarten fliegen zur kalten Jahreszeit nicht gen Süden, sondern verbringen den Winter in Deutschland. Das bedeutet, dass sie sich in Zeiten von schlechterem Nahrungsangebot anpassen müssen. TASSO sprach mit Martin Hormann, dem Vogelschutzexperten der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, und erklärt, worauf es bei der Fütterung von Wild-vögeln ankommt.

Die Qual der Wahl: Futterhäuschen, Tellerchen oder Futtersilo

So hübsch manch ein Vogelfutterhäuschen auch gestaltet sein mag, Vogelfreunde sollten sich lieber für einen Futtersilo entscheiden: Das ist eine mit Futter gefüllte und oben geschlossene Kunststoffröhre mit einem unten angeschlossenen kleinen Auffangschälchen, in das das Futter gleichmäßig nachfließt. „Hier können Vögel nicht durch das Futter laufen, sodass einer Verschmutzung durch Kot und einer Ausbreitung von Krankheitserregern vorgebeugt wird“, erklärt Martin Hormann von der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. „Zudem sind Futtersilos wind- und wasserdicht und schützen das Futter auch an stürmischen, regnerischen oder verschneiten Tagen. Auf diese einfache Weise wird eventueller Schimmelbildung oder aber auch einer Vereisung des Futters vorgebeugt“, so Martin Hormann weiter.

TASSO-Tipp:

Bringen Sie Ihren Futtersilo an einem vor Wettereinflüssen geschützten Ort an. Achten Sie auch darauf, dass die Futterstelle vor Katzen sicher ist und genügend Fluchtmöglichkeiten für die Vögel bietet. Futtersilos sollten zudem nicht zu nahe an Glasscheiben (z. B. Wintergärten) aufgestellt werden, um Anflügen vorzubeugen.

Beliebt und zu Winterbeginn in jedem Lebensmittelgeschäft anzutreffen sind Meisenknödel. „Greifen Sie jedoch nicht zu solchen, die in Plastiknetze verpackt sind. Bei diesen Produkten besteht die Gefahr, dass Vögel mit ihren zierlichen Beinchen hängen bleiben und sich verletzen“, gibt Martin Hormann zu bedenken. „Entscheiden Sie sich immer für Meisenknödel ohne Netz, und stellen Sie die Leckereien in einem speziellen Meisenknödelspender zur Verfügung.“

Artgerechte Nahrung: Vögel sind keine Resteverwerter

Viele Menschen meinen es zwar gut: Essenreste wie Brot, Brötchen, Speck, Salzkartoffeln oder Anderweitiges von unserem Speiseplan sollten jedoch nicht verfüttert werden. „Zwar nehmen Vögel vieles oftmals gerne an, Beschwerden und gesundheitliche Leiden sind jedoch leider oft von uns unbemerkt die Folge“, sagt Martin Hormann. „Entscheiden Sie sich immer für artgerechte Nahrung. Jede Vogelart hat ihre eigenen Vorlieben: Sind Sie sich unsicher, welche Vogelarten Ihre Futterstelle aufsuchen, bieten Sie einfach Sonnenblumenkerne an. Diese werden von den meisten Vögeln gut angenommen“ rät Martin Hormann. Der Experte weist Vogelliebhaber außerdem daraufhin, dass bei den Winterfuttermischungen keine Beimischungen von Neophyten-Samen enthalten sein sollten. Der Grund: Es müsse verhindert werden, dass sich mit dem Winterfutter fremdländische Pflanzen – wie die Beifuß-Ambrosie – ungewollt bei uns ausbreiteten. Diese Pflanze entwickele hochallergene Pollen, die den Menschen stark belasten könnten. Deshalb sollte nur hochwertiges, zertifiziertes Vogelfutter gekauft werden.

Über TASSO e.V.:

Die in Sulzbach bei Frankfurt ansässige Tierschutzorganisation TASSO e.V. betreibt Europas größtes Haustierzentralregister. Mittlerweile vertrauen knapp 5,6 Millionen Menschen dem seit mehr als 30 Jahren erfolgreich arbeitenden Verein. Derzeit sind über  7,7 Millionen Tiere bei TASSO registriert und somit im Verlustfall vor dem endgültigen Verschwinden geschützt. Durchschnittlich alle zehn Minuten vermittelt TASSO ein entlaufenes Tier an seinen glücklichen Halter zurück, dies sind im Jahr rund 60.000. Die Registrierung und alle anderen Leistungen von TASSO wie die 24-Stunden-Notrufzentrale, Suchplakate, SOS-Halsband-Plakette und der Suchservice sind kostenlos. Der Verein finanziert sich ausschließlich aus Spenden großzügiger Tierfreunde. Neben der Rückvermittlung von Haustieren ist TASSO im Tierschutz im In- und Ausland aktiv und sieht seinen zusätzlichen Schwerpunkt in der Aufklärung und der politischen Arbeit innerhalb des Tierschutzes. TASSO arbeitet mit den meisten Tierschutzvereinen und -organisationen sowie mit nahezu allen deutschen Tierärzten zusammen und unterstützt regelmäßig Tierheime unter anderem bei kostenaufwändigen Projekten. Mit dem Online-Tierheim shelta bietet TASSO zudem Tiersuchenden eine Plattform in der virtuellen Welt. Für die Tierhalter ist TASSO ein kompetenter Ansprechpartner für alle Belange des Tierschutzes.

 

 

Quelle: TASSO e.V.


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