Zu gut für die Tonne: Produktion tierischer Lebensmittel ist die größte Form der Lebensmittelverschwendung

 

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) verleiht morgen den Bundespreis für Engagement gegen Lebensmittelverschwendung. Der VEBU (Vegetarierbund Deutschland) hatte sich beworben, um auf die gravierendste Form der Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen: die Tierhaltung.

Be vegan! Das VEBU Logo weist in die Zukunft: Die Zukunft isst pflanzlich.

Der VEBU ist Deutschlands größte Interessenvertretung zur vegetarisch-veganen Ernährung und Lebensweise.                                                                                                                         Logo: (c) VEBU

Berlin – 180 Kilogramm Lebensmittel werden in der EU jedes Jahr pro Person auf Einzelhandels- und Verbraucherebene weggeworfen*. Im Rahmen der Kampagne ‘Zu gut für die Tonne’ verleiht Bundesminister Schmidt morgen einen Preis für besonderes Engagement gegen Lebensmittelverschwendung. 

Anlässlich der Verleihung macht der VEBU darauf aufmerksam, dass die Produktion tierischer Lebensmittel die größte Form der Lebensmittelverschwendung darstellt.

Nach Schätzungen der Organisation ‘Compassion in World Farming’ werden in der EU jährlich pro Person über 230 Kilogramm landwirtschaftlicher Erzeugnisse wie Weizen oder Soja verschwendet, indem sie an sogenannte ‘Nutztiere’ verfüttert werden**. Sie stehen für den menschlichen Verzehr nicht zur Verfügung. “Die Lebensmittel durchlaufen einen unnötigen Umweg über die Tiere. Die BMEL-Kampagne erwähnt die Lebensmittelverschwendung durch die Tierhaltung nicht. Eine pflanzliche Ernährung, die frei von tierischen Produkten ist, wirkt dieser Vergeudung entgegen”, sagt Felix Domke, Referent VEBU-Politik.

Bis zu 90 Prozent der eingesetzten Energie gehen verloren

Laut der EU-Kommission werden in Europa jährlich über 160 Millionen Tonnen pflanzliche Erzeugnisse verfüttert***. Für Bewegung, Verdauung und den Erhalt der Körpertemperatur benötigen Tiere Energie aus Futterpflanzen. Zusätzlich werden nach der Schlachtung nicht alle Körperteile und Organe verwertet. Nur etwa 10 Prozent der Proteine und Kalorien, die an das Tier verfüttert werden, nehmen Menschen in Form von Fleisch oder anderen tierischen Produkten wieder auf. “Bis zu 90 Prozent der eingesetzten Energie gehen damit während der Produktion verloren. Durch diese ineffiziente Umwandlung von pflanzlichen zu tierischen Kalorien werden sehr viele Ressourcen verschwendet”, erklärt Domke.

Ressourcenschonung beginnt bei der Produktion

Die 14 für den Preis nominierten Projekte setzen vor allem auf der Ebene des Handels oder der Verbraucherschaft an. “Die Projekte sind lobenswert. Noch wichtiger wäre jedoch der Blick auf die landwirtschaftliche Tierhaltung. Schmidt will darüber keine Diskussionen anregen, denn die deutsche Landwirtschaft ist in hohem Maße von der Tierhaltung abhängig. Jeder zweite Euro wird damit erwirtschaftet”, so Domke. Der VEBU leistet mit seinem Engagement für die pflanzliche Lebensweise einen Beitrag zur Minderung der Lebensmittelverschwendung.

 

* Europäische Kommission (2011): Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa: Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen. Online unter http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52011DC0571&from=EN [08.02.2017].
** CIWF (Compassion in World Farming) (2014): A Sustainable Food Policy for Europe: Towards a sustainable, nourishing and humane food policy for Europe and globally. Online unter https://www.ciwf.org.uk/media/5858105/a-sustainable-food-policy-for-europe-executive-summary.pdf [08.02.2017].
***Europäische Kommission (2017): EU Market: Cereals Supply & Demand. Online unter http://ec.europa.eu/agriculture/sites/agriculture/files/cereals/balance-sheets/cereals/overview_en.pdf [08.02.2017].

 

Die Bewerbung des VEBU können Sie hier einsehen:
https://vebu.de/wp-content/uploads/2017/02/Bewerbung_VEBU_Zu-gut-f%C3%BCr-die-Tonne.pdf

 

 

 

 

 

Quelle: VEBU

 

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.