Zusammenarbeit von Industrie und Agrarpolitik: Christian Schmidt präsentiert staatliches Tierwohllabel – Statement von PETA

 

Be vegan! Porträtfoto Andrzej Pazgan

Andrzej Pazgan, Fachreferent für Tiere in der Agrarindustrie bei der Tierrechtsorganisation PETA.                                                                                                                                                         Fotocredit: (c) PETA

Berlin / Stuttgart – Zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin präsentierte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt gestern sein lange angekündigtes staatliches Tierwohllabel – u.a. in Begleitung des Vorsitzenden des Deutschen Bauernverbandes Joachim Rukwied, Die Informationen blieben dabei unkonkret:

Schweinefleisch soll zunächst auf freiwilliger Basis zertifiziert werden, zu den genauen Kriterien bezüglich der Haltungsbedingungen gab der Minister kaum Auskunft. 2017 werden 70 Millionen Euro an Steuergeldern in die Bewerbung des Projektes fließen.

Erstes Schweinefleisch mit dem staatlichen Label wird frühestens 2018 in den Supermärkten zu finden sein. Schmidt prognostizierte, dass im besten Fall jedes fünfte Schwein in Deutschland mit Berücksichtigung der Label-Kriterien gehalten werden soll.

Dazu kommentiert Andrzej Pazgan, Fachreferent für Tiere in der Agrarindustrie bei der Tierrechtsorganisation PETA:

„Christian Schmidt’s Tierwohl-Label ist  wie erwartet unbefriedigend. Es wird bestenfalls nur etwa 20% der Tiere betreffen und demnach die umfassende prekäre Situation in Deutschland nicht signifikant verändern. Gleichzeitig kann Schmidt das Label von nun an als Argument gegen gesetzliche Verschärfungen bei den Haltungsbedingungen nutzen. Auch die Teilnahme des DBV-Präsidenten an der Pressekonferenz zeigt, wie das Label zu deuten ist: als ein Persilschein für die Agrarindustrie, die ihre Praktiken mit Rückenwind aus dem Ministerium fortführen kann. Dieser Umstand ist auch gerade deshalb problematisch, weil zahlreiche Bauernfunktionäre und Tierhalter in den Reihen der CDU vertreten sind. So können sie nicht nur Einfluss auf die Agrarpolitik der Bundesrepublik ausüben, sondern auch direkt von der tierfeindlichen Politik Schmidts profitieren – zu ihrem eigenen wirtschaftlichen Vorteil.“

 

 

 

 

 

 

Quelle: PETA

 

 


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