Zwischen Tierschutz und Tradition: St. Martin lieber ohne Gänsebraten

 

Be vegan!

TASSO empfiehlt ein Martinsfest ohne Tierqual.                                                                                                                                                                           Logo: (c) TASSO

Sulzbach/Ts. – Mit dem Martinsfest, das am 11. November gefeiert wird, beginnt traditionell auch wieder die Saison für den Gänsebraten. Doch häufig stammt das Fleisch aus einer Haltung, bei der die Gänse enorme Qualen erleiden müssen, bevor sie letztendlich auf dem Teller landen.

Allein im Jahre 2017 wurden in Deutschland laut „Marktinfo Eier & Geflügel“ (MEG) 28.700 Tonnen Gänsefleisch verbraucht, von denen lediglich 16 % im Inland erzeugt wurden. Etwa 27.200 Tonnen Gänsefleisch wurden aus dem Ausland importiert. Die Hauptlieferanten sind nach wie vor Polen und Ungarn. „Die Gänse aus dem Ausland werden in tierquälerischen Haltungssystemen ohne Freilauf und Tageslicht intensiv gemästet und bereits nach neun bis zwölf Wochen geschlachtet“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO. Erschwerend käme hinzu, dass diese Tiere oft sogar noch lebend gerupft würden oder aus der bei uns längst verbotenen, grausamen Stopfleberproduktion stammen.

Gesetzliche Anforderungen für Haltung nötig

„In Deutschland aufgezogene Gänse kommen zwar mehrheitlich aus Freilandhaltungen, doch auch hierzulande können Gänse tierschutzwidrig gehalten werden“, erklärt Mike Ruckelshaus. „Deshalb bedarf es dringend der Aufnahme von gesetzlichen Anforderungen an die Haltung von Wassergeflügel in die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung.“ Für den Schutz von Hausgänsen gäbe es zwar eine Europaratsempfehlung, die jedoch nicht rechtsverbindlich sei, beklagt der Tierschutzexperte.

Natürliche Lebenserwartung

Bei Gänsen mit einem EU-Bio-Siegel kann am ehesten davon ausgegangen werden, dass die Tiere während der Aufzucht gewissen Grundbedürfnissen wie zum Beispiel dem Baden und Gründeln nachkommen konnten. Doch auch diese Tiere werden nach nur 20 bis 30 Lebenswochen getötet, obwohl Gänse eine natürliche Lebenserwartung von über 20 Jahren haben.

Verbraucher, die aus Tierschutzgründen keine Martinsgans essen möchten, finden im Internet viele vegetarische und vegane Rezeptideen. Wer dennoch nicht auf den Gänsebraten verzichten will, sollte Gänse aus regionaler und ökologischer Haltung wählen und sich an den gesetzlich geschützten Kennzeichnungen wie beispielsweise „Bio-Gans“, „Auslaufhaltung“ oder „bäuerliche Freilandhaltung“ orientieren.

 

 

 

 

 

Quelle: TASSO